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Anlässlich der heute veröffentlichten Daten zur Tiertransportdauer bei Exporten landwirtschaftlich genutzter Tiere, die aus einer schriftlichen Anfrage von Bündnis90/Die Grünen hervorgehen, fordert der Deutsche Tierschutzbund endlich ein Ende der qualvollen Tiertransporte. Der Verband macht sich bereits seit Jahren für bessere Bedingungen und eine Begrenzung von Transportzeiten stark, zuletzt mit der Kampagne „Stop The Trucks“.
 
„Die Gesetzgebung lässt bei Tiertransporten noch immer zu viel Tierqual zu“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die heute veröffentlichten Zahlen führen uns wieder einmal die erschreckende Wahrheit vor Augen. So sind die Zahlen der Tiertransporte in den letzten Jahren stark angestiegen. Der Rindertransport in bestimmte Länder hat sich sogar verzehnfacht. Und auch die durchschnittlichen Transportzeiten sind extrem: Über 27 Stunden für Schweinetransporte nach Serbien oder sogar über 68 Stunden für Rindertransporte in die Türkei bedeuten absolute Qual für die Tiere. Hinzu kommt noch die oft unerträgliche Enge, Hitze oder Kälte, Durst und verletzungsbedingte Schmerzen. Die EU muss endlich handeln: Wir brauchen eine Begrenzung der Transportzeiten und bessere Bedingungen auf den Transporten mit strengeren, engmaschigeren Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen. Statt immer mehr lebende Tiere den Strapazen des Transports auszusetzen, sollte es Ziel sein, langfristig nur noch Fleisch bzw. Zuchtmaterial zu transportieren.“
 
Die 2007 in Kraft getretene EU-Verordnung zum Schutz der Tiere beim Transport stellt zu wenige Bedingungen an den Transport: Eine Begrenzung der absoluten Transportdauer gibt es beispielsweise nicht. Zudem haben einige Mitgliedstaaten die EU-Verordnung mangelhaft in nationales Recht umgesetzt: So sieht die deutsche Tierschutztransportverordnung seit 2009 keine Bußgelder mehr vor, wenn Tiere beispielsweise mit offenen Wunden, Knochenbrüchen oder im fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium transportiert werden. Obwohl die Probleme bekannt sind, wurde die über Jahre angekündigte Nachbesserung der Verordnung – auf EU und auf Bundesebene - bis heute nicht umgesetzt.
 
Stop The Trucks
Der Deutsche Tierschutzbund hat zuletzt in den vergangenen Monaten gemeinsam mit seiner europäischen Tierschutz-Dachorganisation, der Eurogroup for Animals, die Kampagne „Stop The Trucks“, durchgeführt und bessere Transportbedingungen für die Tiere gefordert. Mehr Informationen unter: www.tierschutzbund.de/kampagne-tiertransporte
 
Bildmaterial Bildunterschrift: Transporte von Rindern sind zeitlich nicht beschränkt. 
Copyright: M. Karremann / Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Wenn der Hund mit ins Büro darf, können neben Hund und Halter auch das Unternehmen und seine Mitarbeiter davon profitieren. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund im Rahmen seines Aktionstags „Kollege Hund“ hin. Studien bestätigen, dass Hunde für ein besseres Arbeitsklima sorgen, Stress abbauen und die Leistungsbereitschaft erhöhen. Im Rahmen des Aktionstags am 29. Juni können Unternehmen die Idee „Hund am Arbeitsplatz“ austesten.

 „Wenn Mitarbeiter am Aktionstag ihre Hunde mit ins Büro bringen dürfen, wird oft auch deutlich, welche positiven Einflüsse Hunde auf das gesamte Team haben können“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Voraussetzung ist natürlich immer, dass Chefs und Kollegen einverstanden sind und auch der Hund sich wohl fühlt - dann ist der tierische Schnuppertag für beide Seiten erfolgreich.“

Hunde am Arbeitsplatz heben die allgemeine Stimmung im Team und fördern die Kommunikation unter den Kollegen. Erfahrungen zeigen, dass auch das gemeinsame Gassi gehen den Zusammenhalt stärkt. Zudem baut die Anwesenheit eines Hundes bei Menschen nachweislich Stress ab und kann bei Stresssituationen sogar eine starke Blutdruckerhöhung verhindern. Die Sorge, ein Hund würde im Job zu sehr ablenken, ist meist unbegründet. Stattdessen gibt es sogar Studien, die zeigen, dass die Mitarbeiter motivierter zur Arbeit kommen und leistungsfähiger sind, wenn ein Hund im Büro ist.

Tierfreundliche Unternehmen gesucht

Der Deutsche Tierschutzbund und die örtlichen Tierschutzvereine, unterstützt von der Futtermarke Pedigree, suchen tierfreundliche Unternehmen, die am diesjährigen Schnuppertag teilnehmen möchten. Eine Anmeldung für den 29. Juni ist über die Website www.kollege-hund.de möglich. Alle Teilnehmer erhalten ein Aktionspaket mit Tipps für den Aktionstag sowie ein kleines Geschenk für den Kollegen Hund. Mit einer Urkunde zeichnet der Deutsche Tierschutzbund die teilnehmenden Firmen im Anschluss als tierfreundliche Unternehmen aus.

Hinweis an die Redaktionen: Das Mitgliedermagazin des Deutschen Tierschutzbundes, DU UND DAS TIER, zeigt in seiner aktuellen Ausgabe, wie ein Software-Unternehmen den Arbeitsalltag mit seinen tierischen Kollegen gestaltet: www.duunddastier.de/echte-liebe-auf-vier-pfoten

Bildmaterial Bildunterschrift: Der Deutsche Tierschutzbund ruft für den 29. Juni zur Teilnahme am Aktionstag „Kollege Hund“ auf. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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Benny im Backofen – Wenn „nur mal kurz“ schon zu lang ist

 

Das Auto rollt auf den Parkplatz, Herrchen kurbelt die Fenster ein wenig herunter, steigt aus, schließt die Türen und geht in Richtung Supermarkt. Der kleine Mischlingshund Benny blickt ihm kurz hinterher und legt sich geduldig hin. Es ist angenehm warm an diesem Tag. Noch nicht zu heiß. Im Inneren des Autos ist es sogar noch etwas kühl, weil bis eben die Klimaautomatik dafür zuständig war, die Temperatur konstant zu halten.

Die Türen des Supermarktes öffnen sich automatisch, Herrchen tritt ein und eilt zielstrebig zum Regal mit dem Produkt, das er beim Wocheneinkauf vergessen hatte.

Unterdessen wird es im Auto bereits wärmer. Keine Klimaanlage kühlt mehr. Benny dreht sich in seiner Box um und legt sich bequem hin. Herrchen ist ja gleich wieder da.

Im Supermarkt ist das Fach mit dem gewünschten Produkt leer. Ein Verkäufer holt die Ware aus dem Lager. Herrchen wartet.

Die Schokolade im Handschuhfach wird langsam weich. Auch Benny wird jetzt warm. Er beginnt ein wenig zu hecheln und setzt sich auf.

Der Supermarktmitarbeiter ist zurück. Herrchen eilt zur Kasse. Auf dem Weg dorthin spricht ihn ein wichtiger Kunde seines Unternehmens an. Ein kurzes Gespräch muss sein.

Benny fühlt sich unterdessen richtig erhitzt. Er hechelt stärker und beginnt nach Herrchen Ausschau zu halten. Von der frischen Luft, die durch das heruntergelassene Fenster kommen sollte, merkt er an diesem windstillen Tag nichts. Die Pfoten glühen, die Nase wird trocken.

Herrchen steht mittlerweile an der Kassenschlange. Sie ist nicht lang, gleich wird er dran sein. Doch in diesem Moment wechseln die Kassierer. Eine junge Mitarbeiterin löst ihren Kollegen ab, sie setzt sich, stellt ihre Kasse in die dafür vorgesehene Halterung, loggt sich ein, wechselt die Rolle mit dem Kassenbon-Papier, füllt Wechselgeld auf. Zeit vergeht.

Benny wird unruhig. Er hat großen Durst, ihm ist heiß, und auch der Boden seiner Box ist mittlerweile unangenehm warm geworden. Er beginnt auf und ab zu tigern, soweit es seine Box zulässt. Mit der Pfote scharrt er an der Tür der Box, doch natürlich bleibt sie verschlossen.

Eine Kundin, die einen aufwendigen Umtausch hatte, zählt nun sorgsam die einzelnen Cents aus ihrem Portemonnaie ab, um sie passend zu überreichen. Gleich ist Herrchen an der Reihe.

Die Schokolade im Handschuhfach ist flüssig geworden. Wie ein dunkler Bach läuft sie über die Warnweste und bildet am Boden des Handschuhfachs einen kleinen Schokoladensee. Benny legt sich erschöpft auf die Seite und hechelt flach. Nur mal kurz die Augen schließen …

Entsetzt reißt Bennys Herrchen die Tür auf. Er hebt seinen erschöpften Vierbeiner aus dem backofenheißen Auto, legt ihn in den Schatten, lässt sich von umstehenden Kunden des Supermarktes Wasser reichen, tropft es seinem Hund auf die Nase, durchnässt ein Handtuch und legt es ihm um die Pfoten. Langsam kommt Benny wieder zu sich. Ihm ist jetzt nicht mehr so heiß. Da ist Herrchen. Er hat es doch gewusst: Auf Herrchen ist Verlass. Der kommt zurück …

Damit kein Hund in diesem Frühjahr oder Sommer ähnliche Erfahrungen machen muss wie Benny, dessen Halter „nur mal kurz“ etwas im Supermarkt besorgen wollte, hat TASSO auch in diesem Jahr erneut die Aktion „Hund im Backofen“ ausgerufen. Helfen Sie uns, und klären Sie Hundehalter über die großen Gefahren auf. Alle Infos über „Hund im Backofen“, Tipps vom Tierarzt und Informationen zur rechtlichen Situation finden Sie hier: www.tasso.net/Hund-im-Backofen

Hier finden Sie zahlreiche Informationsmaterialien rund um unsere Aktion „Hund im Backofen“.

 

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  • Pelztierhaltung bleibt möglich; Haltungsbedingungen gesetzlich regelt
  • Schlachtung im letzten Trächtigkeitsdrittel verboten; Schafe und Ziegen ausgenommen

Der Bundestag hat gestern einem Gesetzesentwurf der Großen Koalition zugestimmt, der gesetzliche Mindestanforderungen in der Pelztierhaltung sowie ein Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere im letzten Trächtigkeitsdrittel vorsieht. Insbesondere bei der Pelztierhaltung kritisiert der Deutsche Tierschutzbund jedoch, dass kein generelles Verbot ausgesprochen wurde. Das Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere begrüßt der Verband grundsätzlich. Allerdings ist aus Tierschutzsicht nicht nachzuvollziehen, warum Schafe und Ziegen von der Regelung ausgenommen sind. Dem Gesetzesentwurf zu beiden Punkten muss am 2. Juni noch der Bundesrat zustimmen.

„Das neue Gesetz zur Pelztierhaltung in Deutschland schreibt nun das gesetzlich fest, was eigentlich schon seit langem in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verpflichtend festgehalten war“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Dass die Regierungskoalition nicht dem Bundesratsentschluss gefolgt ist und so verpasst hat, mit einem strikten Verbot der Pelztierhaltung ein europaweites Signal zu setzen, ist enttäuschend.“ Und weiter zum Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere: „Der Gesetzesentwurf ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aus Tierschutzsicht ist jedoch nicht zu vertreten, warum Schafe und Ziegen von diesem Verbot ausgenommen sein sollen. Hier bedarf es dringender Nachbesserung.“

 

Neuregelung zur Pelztierhaltung

Die Anforderungen zur Haltung von Pelztieren, die bereits in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorgegeben sind, werden jetzt in Form eines Verbotes mit Erlaubnisvorbehalt in das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz überführt. Die verbesserten Haltungsbedingungen sind zwar damit gesetzlich festgeschrieben, die Pelztierhaltung als solche bleibt aber weiterhin möglich. Obwohl davon auszugehen ist, dass die verbliebenen sechs deutschen Nerzfarmen schließen müssen, weil sie bei Einhaltung der Vorgaben kaum wirtschaftlich betrieben werden können, bleibt eine Hintertür offen: Pelztierhalter könnten in Zukunft neue Farmen eröffnen, solange sie die Haltungsbedingungen erfüllen.

Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere

Bisher war allein der Transport von hochträchtigen Tieren in den letzten 10 Prozent der Trächtigkeit verboten, nicht die Schlachtung selbst. Das Leid, das mit der Schlachtung trächtiger Tiere einhergeht ist groß: Der Transport stellt für die trächtigen Tiere eine erhebliche Belastung dar und letztendlich erstickt der teilweise bereits lebensfähige Nachwuchs bei der Betäubung des Muttertieres in der Gebärmutter. Ein Verbot der Schlachtung im letzten Trächtigkeitsdrittel ist daher ein richtiger Schritt. Aus Tierschutzsicht dürfen einzelne Tierarten jedoch nicht aus wirtschaftlichen Gründen von der Regelung ausgeschlossen werden. Eine tierschutzgerechte Regelung muss zudem anstelle von Notschlachtungen und zur Tötung im Seuchenfall bei trächtigen Tieren eine Euthanasie vorsehen. Neben einer verpflichtenden Trächtigkeitsuntersuchung vor dem Transport zum Schlachthof fordert der Deutsche Tierschutzbund ein nationales und EU-einheitliches Schlachtverbot für trächtige Tiere und entsprechende Rechtsvorschriften, die Sanktionen bei Verstößen festsetzen.

Bildmaterial Bildunterschrift: Viele ungeborene Tiere werden als Schlachtabfall entsorgt, wie der Deutsche Tierschutzbund mit diesem Motiv deutlich macht. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.Bildunterschrift: Nerz im Käfig Copyright: Nettverk for dyrs frihet  Weiteres Bildmaterial und Videomaterial von Nerzfarmen in Deutschland senden wir Ihnen gerne zu. 

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Sobald auf Wiesen und Feldern die Ernte beginnt, können die großen Erntemaschinen Wildtieren gefährlich werden, die in den Pflanzen Unterschlupf gesucht haben. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Schätzungen zufolge sterben durch Mähfahrzeuge jährlich mindestens 500.000 Wildtiere - darunter allein 100.000 Rehkitze. Der frühzeitige Einsatz entsprechender Schutzvorrichtungen, technische Hilfsmittel oder eine angepasste Mahd, bei der Wildtiere bessere Chancen zur Flucht haben, können die Gefahr für die Tiere reduzieren.

Neben Amphibien, Reptilien und unzähligen Insekten fallen vor allem Rehkitze, Junghasen sowie Jungvögel von Bodenbrütern der jährlichen Ernte zum Opfer. Die Gefahr, die von modernen Mähwerkzeugen auf den Feldern ausgeht, können die Tiere nicht abschätzen. Viele Wildtiere haben Felder und Wiesen als Unterschlupf gewählt. Besonders Ricken lassen im vermeintlichen Schutz des hohen Grases ihre Kitze zurück. Die Tiere sind angesichts des plötzlich auftretenden Lärms und dem Näherrücken von landwirtschaftlichen Maschinen hilflos und verharren reglos auf dem Boden. Geduckt geraten sie unter die scharfen Klingen der Mähmaschinen und erleiden schwere Verletzungen, die oftmals tödlich sind.

Schutzmaßnahmen können Tierleben retten

Aus Sicht der Tierschützer liegt die Verantwortung für eine tierfreundliche Mahd vor allem bei den Landwirten. Sie sollten frühzeitig entsprechende Maßnahmen umsetzen: Große Scheuchen mit blinkenden Bändern, Luftballons und Windräder sowie lautstarke „Wildretter“, die in regelmäßigen Abständen schrille Pfeiftöne erzeugen, können beispielsweise Wildtiere von Wiesen und Feldern vertreiben. Auch mit technischen Hilfsmitteln, wie mit Kameras und Infrarotdetektoren ausgestattete ferngesteuerte Fluggeräte, können helfen, im Gras versteckte Tiere aufzuspüren. Mit Förstern und Naturschützern oder Jagdpächtern kann ein Landwirt zudem den Zeitpunkt der geplanten Ernte koordinieren und dann im Vorfeld bevorzugte Vogelbrutplätze oder Ablageorte der Wildtiere gezielt kontrollieren. Die Fläche kann dazu auch mit Jagdhunden abgesucht werden. Wird er fündig, kann der Landwirt das Mähen entweder um einige Tage verschieben, bis die Jungtiere fluchtfähig sind, oder die Tiere aus der Wiese tragen, für die Zeit des Mähvorgangs sichern und dann wieder freilassen. Auch beim Mähen selbst gibt es schonende Möglichkeiten, die Leben retten können: Schon eine höher eingestellte Schnitthöhe schützt viele duckende Wildtiere. Auch wenn das Feld von innen nach außen gemäht wird, können einige Tiere besser fliehen.

Bildmaterial Bildunterschrift: Hase im hohen Gras Copyright: SB


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Der Deutsche Tierschutzbund startet heute zusammen mit seiner europäischen Tierschutz-Dachorganisation, der Eurogroup for Animals, die Kampagne „EndPigPain“. Ziel der gemeinsamen Kampagne ist es, auf tierschutzrelevante Probleme in der landwirtschaftlichen Schweinehaltung aufmerksam zu machen. Um das Leiden der Schweine zu beenden, ruft der Deutsche Tierschutzbund dazu auf, die Petition zur Kampagne auf www.tierschutzbund.de/endpigpain zu unterstützen.
 
„Die konventionelle Schweinehaltung ist auch in Deutschland mit vielen Tierschutzproblemen verbunden“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Ferkeln werden routinemäßig die Schwänze kupiert und die Zähne abgeschliffen, männliche Ferkel dürfen noch bis 2019 ohne Betäubung kastriert werden, Sauen leben einen Großteil ihres Lebens eingepfercht in Kastenständen. Das Leid der Schweine muss endlich ein Ende haben. Die Tiere dürfen nicht länger ihren Haltungssystemen angepasst werden, sondern die Haltung muss sich an den Bedürfnissen der Tiere orientieren. Hier ist die Politik als Gesetzgeber gefragt, um mehr Tierschutz schnellstmöglich zu realisieren, auch durch gezielte Subventionierung von tiergerechten Stallsystemen.“
 
Die Kampagne „EndPigPain“, an der sich verschiedene europäische Tierschutzorganisationen beteiligen, will die Öffentlichkeit für die Eingriffe am Schwein und das damit verbundene Leid der Tiere sensibilisieren. Der Deutsche Tierschutzbund widmet sich zusätzlich einer weiteren, hoch tierschutzrelevanten Problematik: der Haltung von Sauen im Kastenstand. An die Politik selbst stellen die Tierschützer auf nationaler und europäischer Ebene die gezielte Forderung, den Ausstieg aus Manipulationen am Schwein und der Fixierung von Sauen gesetzlich einzuleiten. Unterschriften, die der Verband für die Petition zum Ende des Schweineleids sammelt, werden die Tierschützer an den Bundeslandwirtschaftsminister überreichen. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich mit seinen Forderungen zur Beendigung des Schweineleids auch bereits in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gewandt.
 
Hintergrund
 
Schwänze kupieren und Zähne schleifen
Das Kupieren der Ringelschwänze und das Abschleifen der Eckzähne zählen in Deutschland zu den Eingriffen am Schwein, die routinemäßig im frühen Ferkelalter durchgeführt werden. Dabei sind beide Eingriffe durch die europäische Gesetzgebung seit Langem verboten. Die Tierschützer fordern von der Bundesregierung daher einen entsprechenden Ausstiegsplan. Zudem muss sie die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit das Halten von Schweinen mit ungekürzten Schwänzen und Zähnen keine tierschutzrelevanten Folgen hat: Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sollte dahingehend geändert werden, dass die vorherrschenden Warmställe mit Vollspaltenböden, in denen sich das Schwanzbeißen unter den Tieren nicht in den Griff bekommen lässt, nicht mehr gebaut werden dürfen. Neu- und Umbauten sollten eine tiergerechte Schweinehaltung mit ausreichend Platz, geeigneter Beschäftigung durch eingestreute Liege- und Wühlbereiche sowie Außenklimakontakt ermöglichen.
 
Betäubungslose Ferkelkastration
Die Kastration männlicher Ferkel stellt einen weiteren tierschutzrelevanten Eingriff dar, der große Schmerzen verursacht. Ab 2019 darf der Eingriff nur noch unter Betäubung durchgeführt werden – ein Erfolg für den Tierschutz. Ausdrücklich inakzeptabel wäre aus Tierschutzsicht jedoch die Lokalanästhesie, wie sie die Branche fordert. Verschiedene Studien belegen, dass diese Methode zusätzliche Schmerzen und Stress verursacht und keine ausreichende Schmerzausschaltung während der Kastration bewirkt. Als tierschutzkonforme und praktikable Methoden empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund die Ebermast, die Impfung gegen Ebergeruch und die Kastration unter Vollnarkose mit Schmerzmedikation.
 
Sauenhaltung im Kastenstand
Ein weiterer Problembereich der Schweinehaltung, der dringenden Handlungsbedarf erfordert, ist die Haltung von Sauen in Kastenständen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende letzten Jahres klar gemacht, dass die gängige Kastenstandhaltung als rechtswidrig einzustufen ist. Gesetzesänderungen sind dringend notwendig, um die rechts- und tierschutzwidrige Haltung der Sauen zu beenden. Die Tierschützer fordern eine zeitnahe Umsetzung, sowohl für den Deckbereich, als auch für den Abferkelbereich. Eine tiergerechte Sauenhaltung sollte gesetzlich so ausgestaltet sein, dass eine Fixierung auf das aus Tierschutzsicht absolut notwendige Maß beschränkt wird – etwa kurzzeitig für tiermedizinische Behandlungen und nicht im Routinefall.
 
Hinweis an die Redaktionen: Mehr Informationen zur Kampagne „EndPigPain“ finden Sie unter www.tierschutzbund.de/endpigpain. Die Petition finden Sie unter dem Direktlink www.tierschutzbund.de/protestieren-endpigpain.
 
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Bildunterschrift: Die konventionelle Schweinehaltung ist mit Tierschutzproblemen verbunden.
Copyright: Jo-Anne McArthur 

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