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  • Pelztierhaltung bleibt möglich; Haltungsbedingungen gesetzlich regelt
  • Schlachtung im letzten Trächtigkeitsdrittel verboten; Schafe und Ziegen ausgenommen

Der Bundestag hat gestern einem Gesetzesentwurf der Großen Koalition zugestimmt, der gesetzliche Mindestanforderungen in der Pelztierhaltung sowie ein Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere im letzten Trächtigkeitsdrittel vorsieht. Insbesondere bei der Pelztierhaltung kritisiert der Deutsche Tierschutzbund jedoch, dass kein generelles Verbot ausgesprochen wurde. Das Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere begrüßt der Verband grundsätzlich. Allerdings ist aus Tierschutzsicht nicht nachzuvollziehen, warum Schafe und Ziegen von der Regelung ausgenommen sind. Dem Gesetzesentwurf zu beiden Punkten muss am 2. Juni noch der Bundesrat zustimmen.

„Das neue Gesetz zur Pelztierhaltung in Deutschland schreibt nun das gesetzlich fest, was eigentlich schon seit langem in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verpflichtend festgehalten war“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Dass die Regierungskoalition nicht dem Bundesratsentschluss gefolgt ist und so verpasst hat, mit einem strikten Verbot der Pelztierhaltung ein europaweites Signal zu setzen, ist enttäuschend.“ Und weiter zum Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere: „Der Gesetzesentwurf ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aus Tierschutzsicht ist jedoch nicht zu vertreten, warum Schafe und Ziegen von diesem Verbot ausgenommen sein sollen. Hier bedarf es dringender Nachbesserung.“

 

Neuregelung zur Pelztierhaltung

Die Anforderungen zur Haltung von Pelztieren, die bereits in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorgegeben sind, werden jetzt in Form eines Verbotes mit Erlaubnisvorbehalt in das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz überführt. Die verbesserten Haltungsbedingungen sind zwar damit gesetzlich festgeschrieben, die Pelztierhaltung als solche bleibt aber weiterhin möglich. Obwohl davon auszugehen ist, dass die verbliebenen sechs deutschen Nerzfarmen schließen müssen, weil sie bei Einhaltung der Vorgaben kaum wirtschaftlich betrieben werden können, bleibt eine Hintertür offen: Pelztierhalter könnten in Zukunft neue Farmen eröffnen, solange sie die Haltungsbedingungen erfüllen.

Verbot der Schlachtung trächtiger Tiere

Bisher war allein der Transport von hochträchtigen Tieren in den letzten 10 Prozent der Trächtigkeit verboten, nicht die Schlachtung selbst. Das Leid, das mit der Schlachtung trächtiger Tiere einhergeht ist groß: Der Transport stellt für die trächtigen Tiere eine erhebliche Belastung dar und letztendlich erstickt der teilweise bereits lebensfähige Nachwuchs bei der Betäubung des Muttertieres in der Gebärmutter. Ein Verbot der Schlachtung im letzten Trächtigkeitsdrittel ist daher ein richtiger Schritt. Aus Tierschutzsicht dürfen einzelne Tierarten jedoch nicht aus wirtschaftlichen Gründen von der Regelung ausgeschlossen werden. Eine tierschutzgerechte Regelung muss zudem anstelle von Notschlachtungen und zur Tötung im Seuchenfall bei trächtigen Tieren eine Euthanasie vorsehen. Neben einer verpflichtenden Trächtigkeitsuntersuchung vor dem Transport zum Schlachthof fordert der Deutsche Tierschutzbund ein nationales und EU-einheitliches Schlachtverbot für trächtige Tiere und entsprechende Rechtsvorschriften, die Sanktionen bei Verstößen festsetzen.

Bildmaterial Bildunterschrift: Viele ungeborene Tiere werden als Schlachtabfall entsorgt, wie der Deutsche Tierschutzbund mit diesem Motiv deutlich macht. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.Bildunterschrift: Nerz im Käfig Copyright: Nettverk for dyrs frihet  Weiteres Bildmaterial und Videomaterial von Nerzfarmen in Deutschland senden wir Ihnen gerne zu. 

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PresseabteilungDeutscher Tierschutzbund e.V.
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Sobald auf Wiesen und Feldern die Ernte beginnt, können die großen Erntemaschinen Wildtieren gefährlich werden, die in den Pflanzen Unterschlupf gesucht haben. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Schätzungen zufolge sterben durch Mähfahrzeuge jährlich mindestens 500.000 Wildtiere - darunter allein 100.000 Rehkitze. Der frühzeitige Einsatz entsprechender Schutzvorrichtungen, technische Hilfsmittel oder eine angepasste Mahd, bei der Wildtiere bessere Chancen zur Flucht haben, können die Gefahr für die Tiere reduzieren.

Neben Amphibien, Reptilien und unzähligen Insekten fallen vor allem Rehkitze, Junghasen sowie Jungvögel von Bodenbrütern der jährlichen Ernte zum Opfer. Die Gefahr, die von modernen Mähwerkzeugen auf den Feldern ausgeht, können die Tiere nicht abschätzen. Viele Wildtiere haben Felder und Wiesen als Unterschlupf gewählt. Besonders Ricken lassen im vermeintlichen Schutz des hohen Grases ihre Kitze zurück. Die Tiere sind angesichts des plötzlich auftretenden Lärms und dem Näherrücken von landwirtschaftlichen Maschinen hilflos und verharren reglos auf dem Boden. Geduckt geraten sie unter die scharfen Klingen der Mähmaschinen und erleiden schwere Verletzungen, die oftmals tödlich sind.

Schutzmaßnahmen können Tierleben retten

Aus Sicht der Tierschützer liegt die Verantwortung für eine tierfreundliche Mahd vor allem bei den Landwirten. Sie sollten frühzeitig entsprechende Maßnahmen umsetzen: Große Scheuchen mit blinkenden Bändern, Luftballons und Windräder sowie lautstarke „Wildretter“, die in regelmäßigen Abständen schrille Pfeiftöne erzeugen, können beispielsweise Wildtiere von Wiesen und Feldern vertreiben. Auch mit technischen Hilfsmitteln, wie mit Kameras und Infrarotdetektoren ausgestattete ferngesteuerte Fluggeräte, können helfen, im Gras versteckte Tiere aufzuspüren. Mit Förstern und Naturschützern oder Jagdpächtern kann ein Landwirt zudem den Zeitpunkt der geplanten Ernte koordinieren und dann im Vorfeld bevorzugte Vogelbrutplätze oder Ablageorte der Wildtiere gezielt kontrollieren. Die Fläche kann dazu auch mit Jagdhunden abgesucht werden. Wird er fündig, kann der Landwirt das Mähen entweder um einige Tage verschieben, bis die Jungtiere fluchtfähig sind, oder die Tiere aus der Wiese tragen, für die Zeit des Mähvorgangs sichern und dann wieder freilassen. Auch beim Mähen selbst gibt es schonende Möglichkeiten, die Leben retten können: Schon eine höher eingestellte Schnitthöhe schützt viele duckende Wildtiere. Auch wenn das Feld von innen nach außen gemäht wird, können einige Tiere besser fliehen.

Bildmaterial Bildunterschrift: Hase im hohen Gras Copyright: SB


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Der Deutsche Tierschutzbund startet heute zusammen mit seiner europäischen Tierschutz-Dachorganisation, der Eurogroup for Animals, die Kampagne „EndPigPain“. Ziel der gemeinsamen Kampagne ist es, auf tierschutzrelevante Probleme in der landwirtschaftlichen Schweinehaltung aufmerksam zu machen. Um das Leiden der Schweine zu beenden, ruft der Deutsche Tierschutzbund dazu auf, die Petition zur Kampagne auf www.tierschutzbund.de/endpigpain zu unterstützen.
 
„Die konventionelle Schweinehaltung ist auch in Deutschland mit vielen Tierschutzproblemen verbunden“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Ferkeln werden routinemäßig die Schwänze kupiert und die Zähne abgeschliffen, männliche Ferkel dürfen noch bis 2019 ohne Betäubung kastriert werden, Sauen leben einen Großteil ihres Lebens eingepfercht in Kastenständen. Das Leid der Schweine muss endlich ein Ende haben. Die Tiere dürfen nicht länger ihren Haltungssystemen angepasst werden, sondern die Haltung muss sich an den Bedürfnissen der Tiere orientieren. Hier ist die Politik als Gesetzgeber gefragt, um mehr Tierschutz schnellstmöglich zu realisieren, auch durch gezielte Subventionierung von tiergerechten Stallsystemen.“
 
Die Kampagne „EndPigPain“, an der sich verschiedene europäische Tierschutzorganisationen beteiligen, will die Öffentlichkeit für die Eingriffe am Schwein und das damit verbundene Leid der Tiere sensibilisieren. Der Deutsche Tierschutzbund widmet sich zusätzlich einer weiteren, hoch tierschutzrelevanten Problematik: der Haltung von Sauen im Kastenstand. An die Politik selbst stellen die Tierschützer auf nationaler und europäischer Ebene die gezielte Forderung, den Ausstieg aus Manipulationen am Schwein und der Fixierung von Sauen gesetzlich einzuleiten. Unterschriften, die der Verband für die Petition zum Ende des Schweineleids sammelt, werden die Tierschützer an den Bundeslandwirtschaftsminister überreichen. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich mit seinen Forderungen zur Beendigung des Schweineleids auch bereits in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gewandt.
 
Hintergrund
 
Schwänze kupieren und Zähne schleifen
Das Kupieren der Ringelschwänze und das Abschleifen der Eckzähne zählen in Deutschland zu den Eingriffen am Schwein, die routinemäßig im frühen Ferkelalter durchgeführt werden. Dabei sind beide Eingriffe durch die europäische Gesetzgebung seit Langem verboten. Die Tierschützer fordern von der Bundesregierung daher einen entsprechenden Ausstiegsplan. Zudem muss sie die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit das Halten von Schweinen mit ungekürzten Schwänzen und Zähnen keine tierschutzrelevanten Folgen hat: Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sollte dahingehend geändert werden, dass die vorherrschenden Warmställe mit Vollspaltenböden, in denen sich das Schwanzbeißen unter den Tieren nicht in den Griff bekommen lässt, nicht mehr gebaut werden dürfen. Neu- und Umbauten sollten eine tiergerechte Schweinehaltung mit ausreichend Platz, geeigneter Beschäftigung durch eingestreute Liege- und Wühlbereiche sowie Außenklimakontakt ermöglichen.
 
Betäubungslose Ferkelkastration
Die Kastration männlicher Ferkel stellt einen weiteren tierschutzrelevanten Eingriff dar, der große Schmerzen verursacht. Ab 2019 darf der Eingriff nur noch unter Betäubung durchgeführt werden – ein Erfolg für den Tierschutz. Ausdrücklich inakzeptabel wäre aus Tierschutzsicht jedoch die Lokalanästhesie, wie sie die Branche fordert. Verschiedene Studien belegen, dass diese Methode zusätzliche Schmerzen und Stress verursacht und keine ausreichende Schmerzausschaltung während der Kastration bewirkt. Als tierschutzkonforme und praktikable Methoden empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund die Ebermast, die Impfung gegen Ebergeruch und die Kastration unter Vollnarkose mit Schmerzmedikation.
 
Sauenhaltung im Kastenstand
Ein weiterer Problembereich der Schweinehaltung, der dringenden Handlungsbedarf erfordert, ist die Haltung von Sauen in Kastenständen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende letzten Jahres klar gemacht, dass die gängige Kastenstandhaltung als rechtswidrig einzustufen ist. Gesetzesänderungen sind dringend notwendig, um die rechts- und tierschutzwidrige Haltung der Sauen zu beenden. Die Tierschützer fordern eine zeitnahe Umsetzung, sowohl für den Deckbereich, als auch für den Abferkelbereich. Eine tiergerechte Sauenhaltung sollte gesetzlich so ausgestaltet sein, dass eine Fixierung auf das aus Tierschutzsicht absolut notwendige Maß beschränkt wird – etwa kurzzeitig für tiermedizinische Behandlungen und nicht im Routinefall.
 
Hinweis an die Redaktionen: Mehr Informationen zur Kampagne „EndPigPain“ finden Sie unter www.tierschutzbund.de/endpigpain. Die Petition finden Sie unter dem Direktlink www.tierschutzbund.de/protestieren-endpigpain.
 
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Bildunterschrift: Die konventionelle Schweinehaltung ist mit Tierschutzproblemen verbunden.
Copyright: Jo-Anne McArthur 

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  • Bundeseinheitliches Verbot gefordert

Sechs Tierschutzvereine bzw. Stiftungen fordern den Deutschen Städtetag und den Deutschen Städte- und Gemeindebund dazu auf, Kommunen zu unterstützen, die Zirkusse mit Wildtieren verbieten wollen. Die sechs Unterzeichner, animal public, der Bund gegen Missbrauch der Tiere, der Deutsche Tierschutzbund, PETA, Pro Wildlife und VIER PFOTEN, haben sich mit dieser Botschaft an die kommunalen Spitzenverbände gewandt. Die Tierschützer weisen in einem gemeinsamen Schreiben darauf hin, dass auch ein im März 2017 vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg gefälltes Urteil die Kommunen nicht daran hindert, die Platzvergabe an Wildtier-Zirkusse generell zu unterbinden. Aus Sicht der Tierschützer ist darüber hinaus ein bundesweites Wildtierverbot im Zirkus dringend nötig, um Rechtsunsicherheiten künftig zu vermeiden.

 Öffentliche Sicherheit gefährdet

Mehrere Rechtsexperten bestätigen, dass Kommunen weiterhin das Recht haben, ihre Platzvergabe an reisende Zirkusunternehmen davon abhängig zu machen, ob die Zirkusse bestimmte Wildtiere mit sich führen. Die Gutachter empfehlen, neben tierschutzrechtlichen Erwägungen überwiegend auch andere wichtige Gründe für ihre Entscheidung heranzuziehen, die in der Zuständigkeit der Kommune liegen, etwa die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit. Immer wieder brechen Tiere aus den mobilen, unzureichend gesicherten Zirkus-Stallungen aus und können dann zur Gefahr für Menschen und Straßenverkehr werden. Mit einer Neuregelung der Platzvergabe kämen die Städte und Gemeinden gleichzeitig dem Wunsch der großen Mehrheit der Bürger nach mehr Tierschutz nach.

 

Tierschutz nicht gewährleistet

Bisher empfiehlt der Deutsche Städte- und Gemeindebund den Kommunen, Zirkusbetrieben mit Wildtieren die Nutzung kommunaler Flächen nicht grundsätzlich zu untersagen. Stattdessen sollten die Kommunen auf Basis des Ordnungsrechts und des Tierschutzgesetzes im Einzelfall entscheiden. Dabei übersieht der Dachverband jedoch, dass das Mitführen bestimmter Wildtierarten systemimmanente Probleme verursacht. Zudem stellt eine Einzelfallprüfung die Kommunen vor eine teils unlösbare Aufgabe. „Anstatt die Problemlösung einseitig auf die Kommunen abzuschieben, sollten der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Städtetag die Kommunen unterstützen, die der unzeitgemäßen Wildtierhaltung im Zirkus keinen Raum mehr geben wollen“, sagt Denise Schmidt, Kampagnenleiterin Deutschland bei VIER PFOTEN. „Viele Kommunen wollen trotz der uneinheitlichen Rechtsprechung an ihren bestehenden Verboten festhalten oder einen entsprechenden Beschluss fassen.“

Forderung nach bundeseinheitlichem Verbot

Obwohl viele Kommunen mit gutem Beispiel vorangehen, braucht es aus Sicht der Tierschützer eine bundeseinheitliche Regelung. „Die Parteien dürfen ein bundesweites Wildtierverbot in Zirkussen nicht aus dem Blick verlieren – gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Wahlkampf“, fordert Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Der Bundesrat hatte sich im März 2016 bereits zum dritten Mal dafür ausgesprochen, dass zumindest Affen, Großbären, Elefanten, Nashörner, Flusspferde und Giraffen nicht in Zirkussen gehalten werden sollten. „Die Bundesregierung ignoriert diesen Entschluss augenscheinlich und hat sich dazu bis heute nicht weiter geäußert“, so Mackensen.

Haltung und Dressur im Zirkus nicht tiergerecht

Die Einschränkungen, denen die Tiere im Zirkus ausgesetzt sind, sind gravierend. Sie leben ständig unter unzureichenden Transportbedingungen, für ihre Haltung gibt es keine konkreten rechtlichen Vorgaben. Die nicht rechtsverbindlichen „Zirkusleitlinien“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums stellen nur minimalste Anforderungen und selbst diese können in einem reisenden Unternehmen  nicht erfüllt und bei ständigem Wechsel des zuständigen Veterinäramts auch schwer durchgesetzt werden. Laut einer Kleinen Anfrage im Bundestag wurden im Jahr 2011 bei etwa der Hälfte der durchgeführten Kontrollen in Zirkusbetrieben Beanstandungen an der Tierhaltung festgestellt. Auch die Dressur von Tieren im Zirkus beruht in vielen Fällen auf Zwang und Gewalt und keineswegs auf einem engen Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier, wie von Zirkussen und ihren Befürwortern behauptet wird.

Hinweis an die Redaktionen:
Das Schreiben an den Deutschen Städtetag finden Sie angehängt. Das Schreiben wurde wortgleich auch an den Deutschen Städte- und Gemeindebund versandt.
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Bildunterschrift: Elefanten im Zirkus Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten 
Bildunterschrift: Mit einer Kampagne und diesem Motiv mit einem Tiger macht der Deutsche Tier-schutzbund auf das Leid der Wildtiere im Zirkus aufmerksam. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Mehr Informationen zur Kampagne „Wildtiere sind keine Zirkustiere“ unter: www.tierschutzbund.de/kampagne-zirkus


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  • Maikätzchen sorgen für volle Tierheime
  • Nachhaltiger Katzenschutz nur durch Kastration
Der Deutsche Tierschutzbund setzt seine Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ zum Schutz von Katzen fort. Grund dafür ist auch, dass in den Tierheimen im Frühjahr mit einer vermehrten Aufnahme von Katzenkindern, den „Maikätzchen“, zu rechnen ist. Ursache der alljährlichen Katzenschwemme sind unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten und frei lebende Katzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen. Die Tierschützer appellieren daher an alle Katzenhalter, ihre Tiere kastrieren und zur Identifizierung ebenfalls kennzeichnen und registrieren zu lassen. Gleichzeitig nimmt der Verband aber auch die Politik in die Pflicht.
 
„Katzenbesitzer sollten verantwortungsvoll handeln und ihre Tiere, egal ob weibliche Katze oder Kater, kastrieren lassen, um ein weiteres Populationswachstum zu verhindern“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Dazu braucht es dringend ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Bund, Land und Kommune sind zudem in der Pflicht, die Tierschutzvereine auch finanziell bei Kastrationsaktionen zu unterstützen.“
 
„Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“
Geschätzte zwei Millionen Straßenkatzen gibt es bundesweit. Sie stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängern aus Privathaushalten oder ausgesetzten Tieren ab. Als domestizierte Heimtiere sind sie auf menschliche Zuwendung angewiesen. Viele der Straßentiere leiden unter Krankheiten, Parasiten sowie Mangel- oder Unterernährung. Eine nachhaltige und tierschutzgerechte Methode, um ihre Zahl in den Griff zu bekommen und das Leid zu minimieren, ist die Kastration – ein Routineeingriff. Tierschutzvereine fangen die Straßenkatzen dazu ein und lassen sie nach einer Erholungszeit in ihrem Revier wieder frei. Die Tiere werden zudem gekennzeichnet und registriert.
 
Kampagne läuft erfolgreich
Die Katzenschutz-Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes war im letzten Jahr erfolgreich gestartet. Mehr als 20.000 Katzen-Fensteraufkleber, die von Katzenfreunden angefordert wurden, machen die oft versteckt lebenden Straßenkatzen, für die sie stellvertretend stehen, bereits „sichtbar“. Neu entwickelt hat der Verband daher auch einen Aufkleber für das Auto. Ebenso hat der Deutsche Tierschutzbund eine Petition für eine Tierschutz-Katzenverordnung gestartet, die bereits von rund 65.000 Menschen unterstützt wird. Neu ist auch eine Mitmachaktion, die zum Bau von Schlafboxen für Straßenkatzen anleitet.
 
Alle Informationen zur Kampagne finden Sie unter: www.tierschutzbund.de/katzenschutz
 
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Bildunterschrift: Mit der Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Wichtigkeit der Katzenkastration aufmerksam. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.
Bildunterschrift: Junge Katze Copyright: Jürgen Plinz/Deutscher Tierschutzverlag

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Pressemeldung 28.03.2017 - Agrarministerkonferenz (30./31. März)

Eintrag von Tierheim am 29.03.17 um 0:00 Uhr •

Deutscher Tierschutzbund fordert Ausstieg aus der Fixierung von Sauen
 
Auf der Agrarministerkonferenz in Hannover diskutieren die Landwirtschaftsminister der Länder und des Bundes am 30. und 31. März unter anderem über die Haltung von Sauen in Kastenständen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte klar gemacht, dass die gängige Kastenstandhaltung als rechtswidrig einzustufen ist. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher die Bundesländer auf, die tierschutzwidrigen Zustände schnellstmöglich abzustellen. Gleichzeitig fordert der Verband mit dem gesetzlichen Ausstieg aus der Kastenstandhaltung eine grundlegende Änderung der Sauenhaltung.
 
„Die Länder sind jetzt in der Pflicht, die vom Bundesverwaltungsgericht bestätigten rechtswidrigen Zustände zu beenden und den Sauen in Kastenständen schnellstmöglich zu helfen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Ein Abwarten oder längere Übergangsfristen ohne sofort greifende, flankierende Maßnahmen würden die Sauen dazu verdammen, über Jahre weiter in zu kleinen Kastenständen zu leiden.“ Gleichzeitig stellen die Tierschützer klar, dass die Diskussion um eine bloße Verbreiterung der Kastenstände nicht davon ablenken dürfe, dass die Fixierung im Kastenstand grundsätzlich und in allen Haltungsbereichen – im Deck- wie im Abferkelbereich – eine tierschutzwidrige Haltungsform darstellt: „Diese Zustände können nur mit einem Ausstieg aus der Kastenstandhaltung und einer entsprechenden Anpassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung grundlegend geändert werden“, sagt Schröder. Für den Umbau bestehender Betriebe brauche es gestaffelte Übergangsfristen und individuelle Umstellungspläne, die sowohl Sofortmaßnahmen für eine verbesserte Situation der Sauen als auch Zwischenschritte mit konkreten individuellen Fristen enthalten. „Bund und Länder müssen tiergerechte Stallsysteme zudem zielgerichtet subventionieren“, fordert Schröder.
 
Kastenstandhaltung nicht rechtskonform
Das Bundesverwaltungsgericht hatte im November 2016 klar gestellt, dass die gängige Haltung von Sauen in Kastenständen gegen die Mindestbedingungen in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstößt und eine Revision des Urteils des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg abgelehnt.  Dieses hatte zuvor die Vorgaben der Verordnung für den Deckbereich dahingehend konkretisiert, dass es Sauen möglich sein muss, jederzeit ungehindert eine Liegeposition in beiden Seitenlagen einzunehmen.  Demnach sind die Kastenstände in den heute üblichen Sauenhaltungen viel zu eng.
Hintergrund: Kastenstand-Haltung
Sauen werden pro Abferkelzyklus circa neun Wochen in einem Kastenstand fixiert, der außer dem Abliegen und Aufstehen keinerlei Bewegung ermöglicht. Durch die dauerhafte Fixierung werden elementare Bedürfnisse der Sau massiv unterdrückt, was zu tierschutzrelevanten Verletzungen, Erkrankungen und Verhaltensstörungen führt. Die Fixierung von Sauen im Deckbereich, nach dem Absetzen der Ferkel, dient vor allem der Arbeitserleichterung. Im Abferkelbereich wird die Nutzung des Kastenstandes dadurch begründet, dass die Sauen ihre Ferkel beim Abliegen sonst erdrücken. Dabei zeigen Erfahrungen aus alternativen Betrieben, dass diese Gefahr bei Sauen, die sich frei bewegen können, bei gutem Management nicht größer ist als bei Sauen im Kastenstand. Auch verschiedene europäische Länder machen vor, dass die Sauenhaltung ohne Fixierung problemlos funktionieren kann.
 
Hinweis an die Redaktionen:
DU UND DAS TIER, das Mitgliedermagazin des Deutschen Tierschutzbundes, berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über die Sauenhaltung in Kastenständen: www.duunddastier.de/arme-sau

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