Über die Tötung sogenannter „Eintagsküken“ in Nordrhein-Westfalen (NRW) entscheidet heute das Oberverwaltungsgericht Münster. Mit einer Aktion macht der Deutsche Tierschutzbund vor dem Oberverwaltungsgericht auf die tierschutzwidrige Praxis aufmerksam, die allein wirtschaftliche Gründe hat. Gegen ein vom nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium 2013 ausgesprochenes Verbot der Tötung, hatten zwei Brütereien geklagt und in erster Instanz Recht erhalten. Die Tierschützer hoffen, dass die Richter im heutigen Berufungsverfahren im Sinne des Landwirtschaftsministeriums und des Tierschutzes entscheiden. Aktuell wartet der Verband noch auf die Entscheidung des Gerichts. Ein Verbot des millionenfachen Kükentötens würde das notwendige Ende einer auf Hochleistung spezialisierten und aus dem Ruder gelaufenen Intensivzucht beschleunigen.

Den positiven Vorstoß NRWs, das Töten der Eintagsküken per Erlass der zuständigen Ordnungsbehörden zu verbieten, hatte das Verwaltungsgericht Minden nach einer Klage zweier Brütereien aus den Kreisen Paderborn und Gütersloh unterbunden. Laut Gericht hat der Bundesgesetzgeber im Tierschutzgesetz keine Ermächtigungsgrundlage für einen solchen Erlass geschaffen. Forderungen der Tierschützer das Tierschutzgesetz entsprechend zu ändern, kam Bundesminister Schmidt bisher nicht nach. Die betroffenen Landkreise legten Berufung gegen die Gerichtsentscheidung ein.

„Der millionenfache Kükenmord ist die brutale Folge einer auf Intensivierung ausgerichteten Tierzucht“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Dahinter steht dann auch die Systemfrage: Die Legehennenzucht ist aus dem Ruder gelaufen, nicht nur die Tiere, auch die Hühnerhalter sind diesem System ausgeliefert. Es braucht endlich eine politische Strategie und ein klares, gesetzliches Verbot der Tötung männlicher Eintagsküken.“

Jährlich werden bundesweit rund 45 Millionen männlicher Küken am ersten Lebenstag getötet - weil sie keine Eier legen, aufgrund der spezialisierten Zuchtlinie nicht ausreichend Fleisch ansetzen und somit wirtschaftlich „unbrauchbar“ sind. Statt eines Verbots setzt Bundesminister Schmidt auf die Methode der Geschlechtererkennung im Ei. Aus Tierschutzsicht kann das nur ein erster Schritt sein. Die Systemfrage löst das technische Verfahren jedoch nicht: Die Hennen der überzüchteten Legelinien bringen Höchstleistungen beim Eier legen, sind am Ende ihrer extrem verkürzten Lebenszeit vielfach ausgemergelt. „Das Kükentöten ist eben nur ein Kennzeichen einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Tierhaltung“, sagt Schröder und fordert Konzepte, um aus der Intensivhaltung von Legehennen auszusteigen – etwa durch Rückkehr zu Zweinutzungshühnern und anderen, tiergerechten Haltungssystemen.

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Bildunterschrift: Mit Plakaten, Bannern und Hühner-Kostümen haben Tierschützer des Deutschen Tierschutzbundes heute vor dem Gebäude des Oberverwaltungsgerichts auf das millionenfache Töten aufmerksam gemacht, verteilten Flyer und Gadgets an Passanten.

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Angesichts der aktuellen Diskussionen zum Milchpreisverfall, macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Folgen des Preisverfalls für die Tiere aufmerksam. Die geringen Preise, die Landwirte derzeit für ihre Milch erhalten, reichen nicht aus, um in mehr Tierschutz zu investieren. Kranke Kühe, nicht tiergerechte Haltungsformen oder die Schlachtung trächtiger Rinder sind Folgen des ökonomischen Drucks und eines aus dem Ruder gelaufenen Systems. Der Verband fordert daher eine Milchmarktstrategie, die nicht nur kurzfristig lenkt, sondern langfristig einen Systemwandel begleitet.

„Die Grundursache für den  Preisverfall mag das Marktüberangebot sein. Aber für die Kühe hat es direkte, fatale Folgen. Denn immer mehr Landwirte sehen sich gezwungen, immer billiger zu produzieren. Da bleibt keine Luft für die dringend notwendigen Investitionen in artgerechtere Haltungsformen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Das ganze System ist derzeit nur auf Gewinnmaximierung ausgelegt, der Schutz der Tiere geht dabei zwangsläufig völlig unter.“ Der Verband fordert die Politik daher auf, das Überangebot an Milch zu regulieren, gesetzliche Regelungen zur Haltung von Milchkühen zu erlassen und tierfreundliche Betriebe stärker finanziell zu unterstützen. „Das geht nicht allein mit kurzfristigen Überbrückungszahlungen, da braucht es eine langfristig angelegte Strategie. Die muss politisch gesteuert und vom Landwirt, dem Handel und auch dem Verbraucher aktiv begleitet werden“, so Schröder. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung braucht es höhere Tierschutzstandards in den Ställen und eine Rückkehr zu Milchviehrassen, die weniger auf Milchleistung, als vielmehr auf Robustheit gezüchtet sind.

System geht auf Kosten der Tiere

Das konventionelle System der Milchwirtschaft ist aus Sicht der Tierschützer völlig aus dem Ruder gelaufen. Als Folge der Zucht auf Milchproduktion leiden die Kühe unter Eutererkrankungen, Stoffwechselstörungen und Klauenschäden. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Milchkühe, die bis zu 50 Liter Milch am Tag geben und damit Höchstleistungen erbringen, sank auf nur vier Jahre. Erbringt eine Kuh nicht mehr die geforderte Leistung, ist sie wirtschaftlich „unbrauchbar“ und wird aus dem Bestand aussortiert. Bei der Schlachtung der Tiere sind viele Kühe hochträchtig, was billigend in Kauf genommen wird. Männliche Kälbchen der Milchkühe sind ebenso „unbrauchbar“, weil sie später keine Milch geben und kaum Fleisch ansetzen. Sie werden meist stiefmütterlich behandelt und früh geschlachtet.

Tierschutzlabel für Milchkühe

Derzeit arbeitet der Deutsche Tierschutzbund an Kriterien für eine Einstiegs- und Premiumstufe für Milchkühe. Ziel ist es, zum Jahreswechsel Milchkühe mit in das zweistufige Label-Programm aufnehmen zu können. „Mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ bieten wir dann den Landwirten die Chance, durch die Qualität ihrer Erzeugnisse wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Ziel, statt Masse dann Klasse zu produzieren, das muss Bestandteil einer Milchmarktstrategie sein“, so Schröder abschließend.

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Bildunterschrift: Bei der Schlachtung sind viele Milchkühe tragend, was aus wirtschaftlichen Gründen meist billigend in Kauf genommen wird.

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Pressemeldung - Millionen Straßenkatzen in Deutschland

Eintrag von Tierheim am 09.05.16 um 0:00 Uhr •

Bild  Pressemeldung 09.05.2016

 

Millionen Straßenkatzen in Deutschland

Deutscher Tierschutzbund startet Kampagne, um Katzenelend zu mindern

Krank, verletzt und abgemagert: Allein in Deutschland leben schätzungsweise rund zwei Millionen frei lebende Katzen. Diese Straßenkatzen bekommen jetzt im Frühjahr weiteren Nachwuchs. Der Deutsche Tierschutzbund startet daher seine neue Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“. Mit der Kampagne veranschaulicht der Dachverband mit seinen mehr als 740 örtlichen Vereinen den Zusammenhang zwischen dem Leid der Straßenkatzen und der Wichtigkeit der Kastration von Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Letztere tragen durch unkontrollierte Fortpflanzung erheblich zum Erhalt der Straßenkatzen-Population bei. Insbesondere die Geburt der sogenannten „Maikätzchen“ stellt auch die Tierheime vor große Herausforderungen: Oft sorgen unerwünschter Nachwuchs von Hauskatzen oder aufgegriffene Welpen von Straßenkatzen für regelrechte Katzenschwemmen. Die Tierschützer appellieren daher an alle Katzenbesitzer, vor allem wenn sie den Katzen Freigang gewähren, ihre Tiere frühzeitig kastrieren zu lassen. Zudem fordert der Deutsche Tierschutzbund seit langem eine rechtliche Regelung zum Schutz von Katzen, in der auch das Kastrieren enthalten ist.

„Nur indem Katzenbesitzer verantwortungsvoll handeln und ihr Tier – egal ob weibliche Katze oder Kater – kastrieren lassen, kann die dramatische Anzahl der Katzen ohne ein liebevolles Zuhause langfristig reduziert werden“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Jeder, der seine Katze nicht kastrieren lässt, trägt unmittelbar zum Leid der Straßenkatzen und weiteren Katzenschwemmen in den Tierheimen bei.“ Gleichzeitig nimmt Schröder aber auch den Gesetzgeber in die Pflicht: „Es braucht dringend ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen, um das Problem in den Griff zu bekommen.“

Jede Straßenkatze stammt ursprünglich von einer Hauskatze ab: von ausgesetzten oder zurückgelassenen Tieren oder unkastrierten Freigängern. Die meist scheuen Katzen leben versteckt in Hinterhöfen, Parks oder stillgelegten Industriegebäuden. Als domestizierte Tiere sind Katzen jedoch nicht in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen. Unterernährung führt zu allgemeiner Schwäche, die Tiere leiden unter Katzenschnupfen und Parasiten, wie Würmern oder Flöhen. Viele Jungkatzen erreichen das Erwachsenalter nicht.

Da Straßenkatzen meist nicht auf den Menschen sozialisiert sind, können die Tierheime sie nicht in ein Zuhause vermitteln. Daher kastrieren die Tierschützer die Katzen und versorgen sie an geeigneten Futterstellen.

Kastration beugt dem Elend der Straßenkatzen vor

Im Vergleich zum Leid der Straßentiere ist die Kastration ein relativ harmloser medizinischer Routineeingriff. Neben der Unfruchtbarmachung birgt die Kastration weitere positive Effekte: Durch den verringerten Fortpflanzungsdrang sind Streitigkeiten, Verletzungen und Krankheitsübertragungen seltener. Auch die Gefahr, bei der Suche nach Paarungspartnern und den teils weiten Streifzügen im Straßenverkehr zu verunglücken, sinkt. Bei weiblichen Katzen können gesundheitliche Risiken im Alter, wie Tumore oder Entzündungen, reduziert werden.

Mehr Informationen zur Kampagne: www.tierschutzbund.de/Katzenschutz

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Bildunterschrift: Der Deutsche Tierschutzbund macht mit einer neuen Kampagne auf das Leid der Straßenkatzen in Deutschland aufmerksam.

Weiteres Bildmaterial senden wir Ihnen gerne zu.


Mit freundlichen Grüßen
Presseabteilung
Deutscher Tierschutzbund e.V.
In der Raste 10
D-53129 Bonn
Tel: +49-(0)228-6049624
Fax: +49-(0)228-6049641
 
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TTIP: Tierschutz darf nicht geopfert werden

Eintrag von Tierheim am 30.04.16 um 20:00 Uhr •

 
Pressemeldung 25.04.2016 - Deutscher Tierschutzbund e.V.

TTIP: Tierschutz darf nicht geopfert werden

Anlässlich der 13. Verhandlungsrunde über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP in New York, fordert der Deutsche Tierschutzbund die Bundesregierung auf, für klare Regelungen zum Tierschutz zu sorgen. Auch das Treffen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama auf der Hannover Messe dürfe nicht dazu verleiten, sensible Themen wie den Tierschutz zu opfern, nur um noch zu einem Vertragsabschluss zu kommen. Aktuelle Umfragen und die anhaltenden Proteste in der Öffentlichkeit zeigen ebenfalls, dass es keinen Abschluss um jeden Preis geben darf.

„In den USA sind die Tierschutzvorschriften meist noch deutlich schlechter als in der EU. Auch das Klonen von Tieren ist dort bereits an der Tagesordnung. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt für klare und umfassende Tierschutzregelungen im TTIP  sorgen, um wenigstens die europäischen Tierschutzstandards halten zu können“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Zudem müssten Mechanismen festgeschrieben werden, um den Tierschutz auf beiden Seiten des Atlantiks koordiniert voranzubringen. Dies betreffe den Tierschutz in der Landwirtschaft ebenso wie die Anwendung tierversuchsfreier Forschungs- und Prüfverfahren oder gemeinsame Maßnahmen zum Artenschutz.

US-Präsident Barack Obama war eigens zur gestrigen Eröffnung der Hannover Messe angereist, um TTIP gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel voranzutreiben. Das Abkommen soll noch zur Amtszeit Obamas unter Dach und Fach gebracht werden, da es als unwahrscheinlich gilt, dass es danach zu Ende geführt würde. Genau darin sieht der Deutsche Tierschutzbund nun eine Gefahr. „Wie so oft bei solchen Großprojekten wurden auch bei den TTIP-Verhandlungen die sensiblen Themen erstmal aufgeschoben“, erklärt Schröder. „Den Tierschutz hat es besonders getroffen. Jetzt drohen unausgegorene Rahmenregelungen, im schlimmsten Fall werden überhaupt keine Regelungen vereinbart. Wenn die Bundesregierung hier nicht gegen steuert, könnte sich das zu einem Super-GAU für den Tierschutz in Europa ausweiten.“

Kein Handelsabkommen auf Kosten des Tierschutzes

In einer Eurobarometer-Umfrage zum Tierschutz haben sich gerade erst 93 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, dass für importierte Produkte die gleichen Tierschutzstandards gelten müssten wie in der EU.  Derartige Umfragewerte dürften die Verantwortlichen ebenso wenig ignorieren wie die fortwährenden Proteste verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, die sich auch unmittelbar vor dem Start der Hannover Messe wieder in einer Großdemonstration gegen TTIP manifestiert hatten. „Zur Globalisierung mag man stehen wie man will, aber Handelsabkommen um jeden Preis darf es nicht geben. Aus unserer Sicht bedeutet dies vor allem, dass der Tierschutz in Europa jetzt nicht verdealt werden darf“, so Schröder.

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ENDLICH IST ES SOWEIT: UNSERE NEUE WEBSITE IST ONLINE!

Eintrag von Tierheim am 12.03.16 um 18:19 Uhr •

Endlich ist es soweit: Unsere Webseite zeigt sich in neuem Gewand. Übersichtlicher, moderner und frischer bieten wir Ihnen alle Informationen rund ums Tierheim. 

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