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Je billiger, desto fehlerhafter die Kennzeichnung
 
Eine neue Recherche von VIER PFOTEN und dem Deutschem Tierschutzbund enthüllt eine Irreführung bei der Pelzkennzeichnung in Deutschland. 50 Prozent der getesteten Kleidungsstücke waren nicht korrekt gekennzeichnet.
 
Tierschützer von VIER PFOTEN und dem Deutschen Tierschutzbund haben in fünf deutschen Großstädten Kleidungsstücke mit Echtpelz auf ihre Kennzeichnung hin untersucht. Das Ergebnis ist in seinem Ausmaß erschreckend: Über 50 Prozent der Kleidungsstücke waren nicht gemäß der EU-Textilkennzeichnungsverordnung gekennzeichnet: Das jeweilige Etikett gab keine Information dazu, dass Bestandteile tierischen Ursprungs enthalten waren. Die Tierschützer fordern von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für eine transparente und verbraucherfreundliche Kennzeichnungsregelung einzusetzen. Nach Vorbild der Schweiz sollten die Tierart mit korrektem Artnamen, das Herkunftsland und die Art der Pelzgewinnung im Etikett der Kleidungsstücke klar benannt werden.
 
Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund:
„Solange mit der tierquälerischen Ware Pelz gehandelt wird, muss für den Verbraucher zumindest erkennbar sein, um welche Tierart es sich handelt, woher sie stammt und wie sie gehalten und getötet wurde. Allein diese Informationen würden viele Verbraucher vom Kauf abschrecken. Eine entsprechende Kennzeichnungspflicht ist lange überfällig.“
 
Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:
„Laut Umfragen lehnen 86 Prozent der Verbraucher Echtpelz ab. Sie sind beim Einkaufen auf eine klare Kennzeichnung angewiesen. Wenn eine Mütze nur als ‚100 Prozent Acryl‘ etikettiert ist, obwohl der Bommel aus Echtpelz besteht, ist das Verbrauchertäuschung.“ 
 
So haben die Tierschützer recherchiert:
Als Mitglieder der „Fur Free Alliance“, einem internationalen Zusammenschluss von Organisationen gegen das Halten und Töten von Tieren zur Pelzgewinnung, haben der Deutsche Tierschutzbund und VIER PFOTEN im Oktober und November 2016 gemeinsam 87 Kleidungsstücke aus 49 Geschäften in Hamburg, Berlin, Köln, Augsburg und München untersucht. Die Produkte stammen aus Boutiquen und von Straßenständen, aus bekannten nationalen und internationalen Modeketten und Kaufhäusern sowie von Luxuslabeln und bewegen sich in einem preislichen Rahmen von 8 bis 1.195 Euro.
 
Je billiger, desto schlechter die Kennzeichnung
79 der begutachteten Kleidungsstücke wären nach EU-Vorgabe kennzeichnungspflichtig, doch bei 50 Prozent fehlte der vorgeschriebene Hinweis im Etikett. Bei Produkten unter 50 Euro fehlte der Hinweis sogar bei über 80 Prozent. Bei Artikeln unter 10 Euro fehlte die vorgeschriebene Kennzeichnung bei 100 Prozent.
 
Verwirrung durch EU-Kennzeichnungsregelung
Seit Mai 2012 gilt die neue EU-Kennzeichnungsverordnung: Textile Kleidungsstücke müssen gemäß Artikel 12 der Verordnung mit dem Hinweis „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden.
 
„In der Praxis sorgt diese Regelung bei den Verbrauchern für Verwirrung. Ob es sich bei den ‚tierischen Teilen‘ einer Jacke um die Daunenfüllung, den Lederriemen am Reißverschluss oder um die Echtpelzverzierung der Kapuze handelt, ist unmöglich zu identifizieren“, kritisiert Denise Schmidt von VIER PFOTEN. Dr. Henriette Mackensen vom Deutschen Tierschutzbund ergänzt: „Erschwerend kommt hinzu, dass die Verordnung nur gilt, wenn die Kleidungsstücke zu mindestens 80 Prozent aus Textilgewebe bestehen. Wenn Produkte, wie Pelzmäntel oder Lederhandschuhe mit Fellbesatz, zu mehr als 20 Prozent aus tierischem Material bestehen, gibt es gar keine Kennzeichnungspflicht mehr. Bei Schuhen und Accessoires gibt es diese grundsätzlich nicht.“
 
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Bildunterschrift: Strickjacke mit Pelzkragen aus Marderhundfell
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Die komplette Studie als PDF können Sie über den folgenden Link herunterladen: www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Report_Pelzkennzeichnung_in_Deutschland.pdf
Weitere Informationen finden Sie unter: www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/pelz und www.tierschutzbund.de/pelz
 
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27 Katzenwelpen in Bayern beschlagnahmt

Dass neben Hundewelpen auch Katzen vom illegalen Handel betroffen sind, zeigt ein aktueller Fall in Bayern: 27 Katzenbabys im Alter zwischen acht und zehn Wochen sind am vergangenen Wochenende am Grenzübergang Waidhaus beschlagnahmt worden. Die Tiere aus einem ukrainischen Transporter werden nun im Tierheim Feucht versorgt. Das Alter in den Papieren war gefälscht, die vorgeschriebene Tollwutimpfung kann somit nicht vorliegen. Die Tierschützer gehen davon aus, dass die Tiere als Weihnachtpräsente in den Handel gebracht werden sollten.

„Gerade zur Weihnachtszeit können wir nur immer wieder appellieren, keine Tiere – weder Hunde- noch Katzenwelpen oder andere Tierarten – aus dubiosen Quellen zu kaufen“, sagt Andreas Brucker vom Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes, der die Katzenwelpen in Empfang genommen und ins Tierheim Feucht gebracht hatte. „Zwei der Boxen im Transporter waren leer, weshalb wir davon ausgehen, dass weitere 15 bis 20 Katzenwelpen bereits verkauft waren – vermutlich als Weihnachtsgeschenke.“ Der Ernährungszustand aller Tiere war grenzwertig, alle haben einen Wurmbauch. Ein erstes Kätzchen konnte schon bald nicht mehr selbstständig fressen und musste gefüttert werden. Die Tierschützer vermuten, dass die Tiere alle mit Medikamenten fit gespritzt wurden, da sie zu Beginn noch einen fidelen Eindruck machten und sich im Tierheim auf Wasser und Futter stürzten.

„Die Versorgung der geschwächten und kranken Tiere aus illegalem Handel stellt unsere Tierheime immer wieder vor große Herausforderungen und verursacht enorme Kosten, auf denen sie häufig sitzen bleiben“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es zeigt sich erneut, wie wichtig ein runder Tisch zum illegalen Handel – gerade in Bayern – wäre. Die CSU hat einen entsprechenden Antrag gerade niedergeschmettert, sie verschließt die Augen vor einem aktuellen Problem. Das ist ein Armutszeugnis für die Landesregierung.“

Wer den Katzen und dem Tierheim helfen möchte, kann dies am besten mit einer Geld- oder Futterspende tun. Da es noch einige Zeit dauern wird, bis die Welpen vollständig gesund sind, ist eine Vermittlung an neue Besitzer derzeit noch nicht vorgesehen.

Hinweis an die Redaktionen: Eine Datenauswertung des Deutschen Tierschutzbundes zum illegalen Handel mit Hunden und Katzen in Deutschland aus den Jahren 2014 und 2015 können Sie hier herunterladen: www.tierschutzbund.de/welpenhandel

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Bildunterschrift: Die beschlagnahmten Katzenwelpen wurden von den Tierschützern ins Tierheim Feucht gebracht.

Copyright: Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern


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Pressemeldung 05.12.2016 - Illegaler Welpenhandel boomt

Eintrag von Tierheim am 05.12.16 um 0:00 Uhr •

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Deutscher Tierschutzbund veröffentlicht Datenauswertung
 
Der Handel mit illegal importierten Welpen ist für kriminelle Organisatoren sehr lukrativ. Gerade zur Weihnachtszeit ist zu befürchten, dass viele Tiere illegal nach Westeuropa transportiert werden – als vermeintlich attraktive Weihnachtsgeschenke. Leidtragende sind die als „Gebärmaschinen“ missbrauchten Muttertiere und die in Massen „produzierten“ und durch Europa gekarrten Welpen. Viele der Welpen sterben frühzeitig. Eine Datenauswertung des Deutschen Tierschutzbundes dokumentiert nun verschiedene Fakten zu Welpenhandel-Fällen aus den Jahren 2014 und 2015 und macht zudem deutlich, welche immensen Kosten die Tierheime in Deutschland stemmen müssen, die viele der beschlagnahmten Tiere aufnehmen. Die Tierschützer fordern daher eine bessere finanzielle Unterstützung der Tierheime durch die Kommunen und konsequente Maßnahmen, um den illegalen Welpenhandel einzudämmen.
 
„Der illegale Handel ist ein skrupelloses Millionengeschäft auf Kosten der Tiere: Die Welpen sind unterernährt, krank und nicht geimpft, werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und stundenlang eng zusammengepfercht und wild gemischt zu ihren europäischen Zielorten gekarrt“, erläutert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Belastung für die Tierheime
Werden Welpen aus illegalen Transporten beschlagnahmt, stellt die plötzliche Aufnahme vieler, oft kranker Tiere die Tierheime vor enorme Belastungen. Meist bleiben sie zudem auf den Kosten sitzen, die sich für einen Welpen auf durchschnittlich 2.600 Euro, inklusive Tierarzt-, Futter- und Personalkosten, belaufen. Die mehr als 1.000 Tiere, die in den Jahren 2014 und 2015 in den Tierheimen aufgenommenen wurden, verursachten Kosten von rund 2,6 Millionen Euro. Der Betreuungsaufwand ist besonders hoch, da neben den gesundheitlichen und pflegerischen Tätigkeiten auch versucht werden muss, die verstörten Tiere ausreichend zu sozialisieren und auf ein „normales“ Hundeleben vorzubereiten. „Die dokumentierten Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Schröder. „Ohne Unterstützung der Behörden ist dieser finanzielle und personelle Großaufwand für die Tierheime nicht länger zu bewältigen. Die Politik muss endlich handeln.“
 
Handlungsbedarf besteht beim illegalen Welpenhandel auch auf europäischer Ebene. Die Tierschützer fordern die Etablierung einer „Sonderkommission Welpenhandel“, um gezielt auf entsprechende Transporte zu kontrollieren, eine intensivere Zusammenarbeit mit den Behörden der Herkunftsländer und härtere Strafen für die Verantwortlichen. Einen positiven Aspekt liefert die Datenauswertung des Deutschen Tierschutzbundes: Zunehmend mehr Tiere aus den entdeckten Transporten wurden beschlagnahmt, anstatt an die Eigentümer zurückgeführt. Der Deutsche Tierschutzbund sieht dies als Zeichen, dass sich Kontrollbehörden bessere Kenntnisse über die Rechtslage und Bedingungen der Transporte angeeignet haben.
 
Vor allem Rassehunde betroffen
Die Datenauswertung des Deutschen Tierschutzbundes liefert weitere Fakten zu den illegalen Tiertransporten: Insgesamt wurden 2015 neben Mischlingen Hunde von 38 verschiedenen Rassen vorgefunden, 2014 von 31 Hunderassen. Die häufigste Rasse war der Chihuahua, ebenso betroffen waren u.a. Malteser, Pinscher, Spitz, Akita Inu und Französische Bulldogge. Das tierärztlich geschätzte Alter der Welpen variierte zwischen zwei und 15 Wochen. Etliche der Tiere wurden daher nachweislich viel zu früh vom Muttertier getrennt. In den meisten Fällen war jedoch die fehlende Tollwutimpfung – und damit der Verstoß gegen das Tierseuchengesetz - Grund für die Beschlagnahmung der Welpen. Die Tiere kamen in erster Linie aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien. In beiden Jahren war Deutschland der Hauptbestimmungsort für den Verkauf der Welpen. Im Ausland standen Großbritannien und Belgien an erster Stelle der Zielländer, dicht gefolgt von Spanien.
 
Hinweis an die Redaktionen: Das Dokument „Der illegale Handel mit Hunden und Katzen in Deutschland – eine Datenauswertung aus den Jahren 2014 und 2015“ kann als PDF bei der Pressestelle des Deutschen Tierschutzbundes (presse@tierschutzbund.de, Tel.: 0228/60496-24) angefordert werden.
 
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Bildunterschrift: Der illegale Welpenhandel geht auf Kosten der Tiere – darüber informiert der Deutsche Tierschutzbund mit einer Kampagne (www.tierschutzbund.de/kampagne-welpenhandel).
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Pressemeldung 21.11.2016 - Artgerechte Vogelfütterung zur Winterzeit

Eintrag von Tierheim am 30.11.16 um 0:00 Uhr •

Mit Beginn der kalten Jahreszeit, bei Frost und Schnee, finden heimische Vögel oftmals nicht mehr ausreichend Nahrung. Tierfreunde können die Vögel dann mit der Einrichtung von Futterstellen unterstützen. Wichtig ist dabei eine artgerechte Fütterung mit geeignetem Futter – darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Auch für den Platz, an dem Vögel am besten gefüttert werden sollten, gibt der Verband Tipps.

Die verschiedenen Vogelarten stellen hinsichtlich des Futterangebots unterschiedliche Anforderungen. Körnerfressern, wie Finken, Spatzen oder Gimpeln, können Sonnenblumenkerne, Getreidekörner, eingefettete Haferflocken und unbehandelte Erdnüsse angeboten werden. Für Weichfutterfresser, wie Amsel, Rotkehlchen oder Zaunkönig, eignen sich Beeren und Obst sowie getrocknete Insektenlarven. Wenn Seen und Teiche zufrieren, kann bei Wasservögeln eine Zufütterung mit Getreide, Hühnerfutter und weichen Kartoffeln sinnvoll sein. Brot und Speisereste sind im Übrigen entgegen der weitverbreiteten Praxis als Futtermittel völlig ungeeignet. Wer in Zoohandlungen oder Supermärkten Futtermischungen, Futterringe und Meisenknödel kauft, sollte auf gute Qualität achten: Das Futter sollte etwa  keine Füllstoffe enthalten und auch nicht mit Sand gestreckt sein. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt es zu beachten, da Vogelfutter nur begrenzt haltbar ist. Die beste Hilfe für Vögel ist jedoch der naturnahe Garten: Hier finden Vögel auch im Winter Stängel, Blütenreste und Fruchtstände mit Samen sowie zahlreiche Insekten, die in abgestorbenen Pflanzenteilen oder Reisigstapeln überwintern.

Da das ausgelegte Futter in der Regel sehr trocken ist, benötigen die Vögel viel Wasser, welches im Winter oft schwer erreichbar ist. Daher sollte man Schalen mit Trink- und Badewasser auch im Winter zur Verfügung stehen. Befürchtungen, dass das Gefieder durch ein Wasserbad vereisen könnte, sind unbegründet.

Der richtige Futterplatz

Damit sich Körner- und Weichfutterfresser nicht ins „Gehege“ kommen, ist es sinnvoll, mehrere kleine Futterstellen einzurichten. Diese sollten immer gut zugänglich für die Vögel sein, gleichzeitig allerdings schlecht erreichbar für Katzen. Damit keine Krankheitserreger übertragen werden, sollte man die Futterstellen und -häuser gut sauber halten und sie täglich trocken ausfegen und einmal wöchentlich mit kochend heißem Wasser schrubben. Wasservögeln sollte man Futter nur am Ufer anbieten, um einen übermäßigen Nährstoffeintrag in die Gewässer zu verhindern. Da liegengebliebenes Futter sich immer schnell mit Kot und somit Krankheitserregern vermischen kann, ist es zu empfehlen, allen Vögeln lieber öfter kleinere Mengen zu füttern.


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Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt die Kampagne „Stop The Trucks“ seiner europäischen Tierschutz-Dachorganisation, der Eurogroup for Animals. Die Tierschützer fordern mit einer Petition, die 2017 an den EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, übergeben werden soll, dass EU-weit endlich bessere Transportbedingungen für die Tiere geschaffen werden.
 
„Milliarden Tiere werden jährlich über Europas Straßen gekarrt, für fast alle ist der Weg in den Tod die Hölle“ sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Tiere leiden unter der unerträglichen Enge in den Transportern, unter Hitze oder Kälte, quälendem Durst und Schmerzen aufgrund von Verletzungen.“ Seit Jahren kämpft der Deutsche Tierschutzbund daher gemeinsam mit seiner europäischen Dachorganisation, der Eurogroup for Animals, für das Aus sinnloser und tierquälerischer Transporte lebender Tiere.
 
Die gemeinsame Kampagne der Eurogroup for Animals und ihrer teilnehmenden Mitgliedsverbände läuft bis Frühjahr 2017. Dann sollen die gesammelten Unterschriften an den zuständigen EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis,  übergeben werden. Der Deutsche Tierschutzbund hat im Rahmen der Kampagne die Website www.tierschutzbund.de/kampagne-tiertransporte eingerichtet, über die engagierte Menschen ihre Stimme für die Petition und damit gegen grausame Tiertransporte abgeben können. Zudem können sich Unterstützer direkt mit einem vorgefertigten Brief an EU-Kommissar Andriukaitis wenden. Der Deutsche Tierschutzbund wird im Laufe der Kampagne immer wieder über seine sozialen Netzwerke Fotos oder Videos streuen, die über Tiertransporte informieren und zur Unterstützung der Petition aufrufen. Mit Hilfe des Hashtags #StopTheTrucks soll die Kampagne in den sozialen Medien gestreut werden.
 
EU-Gesetzgebung für Tiertransporte unzureichend
Hintergrund des Protestes ist, dass die europäische Gesetzgebung über Tiertransporte den Tieren keinen ausreichenden Schutz bietet. Mit den festgelegten geringen Anforderungen sind erhebliche Tierschutzprobleme verbunden: So ist es prinzipiell erlaubt, Tiere unter Einhaltung von Pausenzeiten zeitlich unbegrenzt zu transportieren. Darüber hinaus sind die Anforderungen an das Platzangebot auf den Transportmitteln, an die zulässige Temperatur während des Transportes sowie an die Versorgung und Ruhepausen unzureichend. Wirksame Kontrollen, mit denen die Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen und der Gesundheitszustand der Tiere überprüft werden, fehlen weitgehend.

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Pünktlich zur Spätherbst- und Winterzeit finden sich in den Geschäften gerade wieder Jacken, Mützen und Stiefel mit Fellbesatz. Der Deutsche Tierschutzbund macht darauf aufmerksam, dass es sich bei dem verarbeiteten Fell oft um Echtfell und nicht um ein Kunstprodukt handelt. Auch der Preis gibt keinen Aufschluss, da insbesondere das Fell von Marderhunden aus China mindestens genauso günstig gehandelt wird wie Kunstfasern. Die Tierschützer empfehlen daher, auf den Kauf dieser Produkte zu verzichten.

„Nur der Boykott dieser Produkte führt dazu, dass keine Tiere unter grausamen Bedingungen auf Farmen gehalten oder Tiere in freier Wildbahn nur wegen ihres Felles gefangen und erlegt werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet besser komplett auf Fellaccessoires und –applikationen.“

Aufgrund der oft niedrigen Preise der Produkte gehen Verbraucher schnell davon aus, dass kein echtes Tierfell, sondern Kunstfell angenäht wurde. Hinter vermeintlichem Kunstfell verbirgt sich aber immer wieder Echtfell, oftmals vom Marderhund. Das Fell der Marderhunde ist billiger oder zumindest genauso billig zu bekommen wie Kunstfell. Die Tiere, die in China zu Massen auf Farmen gehalten werden, leben eingepfercht in kleinen Drahtkäfigen, und sind jeder Möglichkeit beraubt, sich artgerecht zu verhalten. Die Tötungsmethoden sind grausam und reichen von Vergasen, über Elektroschocks bis hin zu Schlägen auf den Hinterkopf.

Kennzeichnungen täuschen Verbraucher

Zwar schreibt eine EU-Verordnung vor, dass nichttextile Teile tierischen Ursprungs in Textilerzeugnissen gekennzeichnet sein müssen, jedoch wird dies vielfach nicht umgesetzt. Echtes Fell wird so immer wieder als Kunstfell oder einfach gar nicht deklariert.

Gerade beim Marderhund kursieren zudem irreführende „Tarnnamen“, wie Enok, Murmansky oder Tanuki, bei denen Verbraucher nicht unmittelbar auf ein Tier schließen. Auch Angaben wie „Asiatischer Waschbär“ oder „Waschbär“ bzw. die englischen Bezeichnungen „Asiatic racoon“ oder „racoon“ sind zu finden, obwohl es sich eindeutig nicht um Waschbär-, sondern um Marderhundfell handelt. Der Grund für die Verbrauchertäuschung: Das Image von Waschbärfell ist besser, da die wenigen gehandelten Felle aus der Jagd und nicht aus Pelzfarmen stammen. Zudem schrecken die Händler davor zurück, den Begriff „-hund“ bzw. „dog“ auf Etiketten anzubringen. Zu nah ist hier die Assoziation mit Hundefellen aus China.

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Marderhund
Bildunterschrift: Marderhunde werden in kleinen Drahtkäfigen gehalten.
Copyright: Otwarte Klatki
 
Pelz_Motiv "Du hast da was an der Mütze"
Bildunterschrift: Mit einem Motiv macht der Deutsche Tierschutzbund auf Accessoires mit Echtfell aufmerksam.
Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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