Pressemeldung 24.10.2016 - Schutz für Igel in Herbst und Winter

Eintrag von Tierheim am 04.11.16 um 0:00 Uhr •

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Aktuell sind viele Igel in Gärten und Parks auf Nahrungssuche unterwegs, um sich eine ausreichende Fettschicht für den Winterschlaf anzufressen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor falsch verstandener Tierliebe, wenn Tiere frühzeitig in menschliche Obhut genommen werden. Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark untergewichtig sind, brauchen Hilfe von Fachleuten. Mit einem igelfreundlichen Garten oder durch Zufütterung kann dagegen jeder helfen, Igel sicher über den Winter zu bringen.
 
Sofern Igel nicht verletzt oder augenscheinlich krank erscheinen bzw. stark von Parasiten, wie Flöhen, Zecken oder Fliegenlarven, befallen sind, sind sie draußen in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben. „Daher sollte man Igel, die auch tagsüber unterwegs sein können, zunächst beobachten“, rät James Brückner, Referent für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Hilfsbedürftige Igel erkennt man daran, dass sie abgemagert erscheinen oder sich apathisch verhalten. Bevor ein Igel aber vorschnell in Pflege genommen wird, sollten Igelfreunde zunächst beim Tierarzt oder örtlichen Tierschutzverein um fachlichen Rat fragen.“
 
Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten für den Winterschlaf
Igelmännchen beginnen je nach Witterung ab Anfang Oktober mit dem fünf- bis sechsmonatigen Winterschlaf. Es folgen die Weibchen, die nach der Jungenaufzucht noch mehr Energie aufnehmen müssen. Jungigel ziehen sich noch später – etwa Anfang November – zurück. Bis dahin müssen sie sich ausreichend Fettreserven, bis zu einem Gesamtgewicht von mindestens 500 Gramm anfressen, damit sie ihren ersten Winter überstehen. Liegt in Gärten und Parks genügend heruntergefallenes Laub, finden sie meist ausreichend zu fressen. Für junge Igel kann eine Zufütterung sinnvoll sein. Geeignet ist Katzendosenfutter, gemischt mit Haferflocken oder Weizenkleie. Zudem sollte den Tieren Wasser angeboten werden. Milch und Essensreste sind dagegen nicht artgerecht und können den Tieren sogar ernsthaft schaden.
 
Wichtig für den Winterschlaf sind außerdem igelfreundliche Gärten, in denen es neben Nahrung auch genügend Rückzugsmöglichkeiten gibt. Komposthaufen, aber auch Reisig- oder Blätterhaufen bieten ein ideales Quartier für den Winterschlaf und werden daher am besten liegen gelassen. Wer sich dennoch entschließt, heruntergefallenes Laub zu entfernen, sollte am besten zu Rechen oder Harke greifen. Laubbläser entfernen neben dem Laub auch Insekten und Weichtiere in großem Ausmaß – eine wichtige Nahrungsquelle für Igel. Bei Laubsaugern besteht sogar die Gefahr, dass sie kleinere Igel einsaugen und töten.
 
Mehr Informationen zum Igelschutz in einem aktuellen Artikel des Mitgliedermagazins DU UND DAS TIER: www.duunddastier.de/ich-bin-dann-mal-weg
 
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Mit der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit am 30. Oktober steigt für Autofahrer die Wildunfall-Gefahr. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Indem die Uhr um eine Stunde zurückgestellt wird, fällt der Berufsverkehr weitestgehend genau in die Dämmerung und somit in die Zeit, in der viele Wildtiere unterwegs sind. Eine Anpassung der Fahrgeschwindigkeit kann helfen, das Risiko zu mindern und damit auch die Zahl der überfahrenen Tiere zu reduzieren.

Besonders hoch ist das Risiko auf Straßen durch Feld- und Waldgebiete – auch dann, wenn keine Schilder auf den Wildwechsel hinweisen. Neben unzähligen Igeln, Mardern, Greif- und Singvögeln, sterben jedes Jahr im Durchschnitt allein etwa 200.000 Rehe und über 20.000 Wildschweine im Straßenverkehr. 238.000 Wildunfälle ereigneten sich nach Angaben der deutschen Versicherer allein im Jahr 2014.

Zur Vorbeugung ist eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise sinnvoll. So lange herannahende Fahrzeuge nicht schneller als 50 bis 60 Kilometer pro Stunde fahren, haben Wildtiere zumindest noch eine Chance zur Flucht. Autofahrer sollten einen ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten, bremsbereit sein und die Seitenstreifen im Blick behalten. Nur so hat der Fahrer die Möglichkeit, rechtzeitig zu bremsen. Taucht ein Wildtier am Straßenrand auf, kann man versuchen, es durch lautes Hupen auf die Gefahr aufmerksam zu machen und vom Straßenrand zu vertreiben. Die Scheinwerfer aufzublenden bewirkt eher das Gegenteil. Das grelle Licht kann die Tiere verwirren und ihnen jede Orientierungsmöglichkeit nehmen. Oft geraten sie erst dadurch wirklich in Gefahr. Zudem ist zu beachten, dass einem Tier, das die Straße überquert, oft weitere folgen.

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Wildunfall, ist umgehend die Unfallstelle abzusichern und die Polizei vor Ort zu informieren. Jeder Fahrzeugführer hat die ethische und gesetzliche Verpflichtung, sich um ein angefahrenes Tier zu kümmern. Denn ein verletztes Tier einfach liegenzulassen, ist grobe Tierquälerei. Aber auch eine Person, die den Unfall nicht selbst verursacht hat, sollte nicht wegschauen, sondern handeln.


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Das spanische Verfassungsgericht hat gestern das Stierkampfverbot in Katalonien für verfassungswidrig erklärt. Das Gesetz, das vor sechs Jahren beschlossen wurde, ist damit ab sofort wirkungslos. Der Deutsche Tierschutzbund zeigt sich enttäuscht und kritisiert die Entscheidung des Gerichts scharf. Ein Lichtblick: Katalonien hat sich dafür ausgesprochen, Wege zu finden die Stierkämpfe auch weiterhin nicht stattfinden zu lassen.

„Das Urteil ist ein herber Rückschlag für den Tierschutz in der EU und für Katalonien, dessen Bevölkerung selbst ein Ende der blutigen Stierkämpfe durchgesetzt hatte“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Vermutung liegt nahe, dass es bei der Entscheidung weniger um das Stierkampfverbot als solches geht, sondern vielmehr um einen Machtkampf, der zwischen Spanien und Katalonien ausgetragen wird – auf Kosten der Tiere. Anstatt ein bestehendes Verbot in Katalonien zu kippen, sollte das spanische Parlament dieses zum Vorbild nehmen und ein einheitliches Stierkampfverbot in ganz Spanien einführen.“

Dem 2011 in Kraft getretenen Stierkampfverbot in Katalonien war ein Volksbegehren vorausgegangen, das Tierschützer zwei Jahre vorher mit 180.000 Unterschriften einleiten konnten. 2013 wurde der Stierkampf in ganz Spanien als „immaterielles“ Kulturgut erklärt und unterlag seit dem der ausschließlichen Zuständigkeit des Staates. Diese Entscheidung sollte zunächst keine Auswirkungen auf das Stierkampfverbot von Katalonien haben. Das spanische Gericht erklärte die damalige Abstimmung des katalonischen Parlamentes aus dem Jahre 2010 für das Stierkampfverbot nun aber als verfassungswidrig. Katalonien habe an sich ein solches Verbot gar nicht aussprechen dürfen, es dürfe den Stierkampf lediglich „regulieren“, heißt es.

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit vielen Jahren, gemeinsam mit seinem europäischen Dachverband, der Eurogroup for Animals, für den Verzicht auf Stierkämpfe in Spanien ein. Auch unterstützt er die Organisation „La Tortura No Es Cultura“ in ihrer diesjährigen Kampagne gegen den Stierkampf. „Dass Stierkämpfe in Spanien unter dem Deckmantel der kulturellen Tradition stattfinden, ist beschämend“, sagt Schröder. „Wer diesen Leidenskampf als fröhliches und traditionelles Spektakel feiert, verschließt die Augen vor dem grausamen Umgang mit den Tieren.“ Allein in Spanien lassen dabei jedes Jahr etwa 30.000 Stiere ihr Leben. Dabei steht die Mehrheit der spanischen Bevölkerung dem Stierkampf ablehnend gegenüber: Laut Umfragen zählen nur circa 14 Prozent zu seinen Befürwortern. Die Tierschützer hoffen, dass Katalonien trotz aufgehobenem Verbot andere Maßnahmen ergreift, Stierkämpfe zu verhindern.

Mehr Informationen zum Stierkampf: www.tierschutzbund.de/stierkampf 


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Die Bundesregierung will beim heutigen EU-Sonder-Handelsministerrat für ein vorläufiges Inkraftsetzen des Freihandelsabkommens CETA mit Kanada stimmen. Der Deutsche Tierschutzbund mahnt daher erneut, dass der Vertrag und dessen Anwendung in der jetzigen Form aus Tierschutzsicht nicht zustimmungsfähig sind. Da CETA beim Tierschutz viel zu vage bleibt, bräuchte es aus Sicht des Verbandes erhebliche Nachbesserungen.

„Die Bundesregierung hat es versäumt, ihren Blick auf CETA mit der Tierschutzbrille zu schärfen und nachzuverhandeln. Konkrete Tierschutzregelungen fehlen sowohl in den Grundlagen- als auch den Ausführungsbestimmungen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Anlässlich eines Treffens der EU-Wirtschaftsminister in Bratislava hatte der Verband zuletzt in einem Schreiben an den zuständigen Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, appelliert, die aus Tierschutzsicht relevanten Probleme und Sorgen ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln. „Wir werden weiter darauf drängen, dass es noch zu Korrekturen kommt“, so Schröder.

Auch wenn es, wie es sich aktuell abzeichnet, am heutigen Dienstag noch keine endgültige Entscheidung geben sollte, gehen die Verantwortlichen weiterhin davon aus, dass das Abkommen wie geplant am 27. Oktober unterzeichnet werden kann. Indes müssen nach der Vertragsunterzeichnung noch das Europaparlament und die nationalen Parlamente CETA zustimmen. Die Tierschützer hoffen, dass der Vertrag doch noch aufgeschnürt wird oder dass zumindest weitere Zusatzerklärungen oder Vertragsprotokolle durchgesetzt werden können, in denen auch der Tierschutz explizit gestärkt wird. Sonst ist zu befürchten, dass die weitgehend zollfreie Einfuhr von Tierprodukten die Preiskämpfe in der EU und den Abwärtsdruck auf den europäischen Tierschutz verschärft. Die Tierschutzbestimmungen in Kanada sind außerdem kaum mit europäischen Standards vergleichbar. Wenige grundlegende Vorschriften und Bestimmungen ließen viel Raum für tierquälerische Industrieproduktion.

Zu den Nachbesserungen, die aus Tierschutzsicht dringend notwendig wären, gehört etwa, dass Quoten für Tierimporte an klare Tierschutzkriterien bei Zucht, Haltung, Transport und Schlachtung geknüpft werden. Auch sollte die EU explizit das Recht haben, Importe aus Gründen einer ungenügenden Prozessqualität in der Tierproduktion abzulehnen. Den Ausschüssen, die für die Ausführung des Vertrages zuständig sind, müssten klare Kriterien zur Stärkung der artgerechten Tierhaltung, dem Abbau von Tierversuchen sowie zum Artenschutz vorgegeben werden.


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Rechtliches: Igel sind Wildtiere und keine Haustiere und durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Aufnahme eines Igels ist nur ausnahmsweise bei verletzten oder kranken Tieren erlaubt - danach müssen sie unverzüglich wieder freigelassen werden.

Igel dürfen nicht von ihrem Lebensraum abgekoppelt werden

Der Igel ist Bestandteil des Lebensraums Garten, "doch man kann den Igel auch tot lieben", so die Erfahrung, die Igel-Expertin Martina Gehret die letzten Wochen gesammelt hat. Im Rahmen des erfolgreichen Pilotprojekts "Igel in Bayern" haben wir das Engagement der Menschen für den Igel sehr zu schätzen gelernt. Doch einige Igelliebhaber sperren scheinbar hilfsbedürftige Igel ein und zeigen auf diese Weise ein falsches Naturverständnis. Ein Wildtier wie ein Haustier zu halten ist jedoch illegal. Es darf nicht sein, dass der Igel so von seinem Lebensraum abgekoppelt wird. Die wichtigste Hilfe für den Igel ist, seinen Lebensraum zu verbessern. Wie das LBV-Projekt zeigt, kommt er in Bayern vor allem im Siedlungsraum vor.

Wer weitere Informationen über den Igel in seinem Garten, und wie man ihn unterstützen kann, nachlesen möchte, kann das hier gerne tun: 
 
 
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