Sehr geehrte  Redaktion,
 
auf Grund des Auftretens der  Vogelgrippe im Naturpark Höllohe bei Teublitz hat das Landratsamt Schwandorf die  Tötung von 210 Vögeln angeordnet.
 
Wie der Sprecher des Landratsamtes,  Herr Prechtl, im MZ Gespräch betonte, ist das ein Eingriff, den man sich nicht  nur einmal und auch nicht nur zweimal, sondern mehrmals überlegt. Diese Vorsorge  finden wir richtig, doch stellt sich bei uns die Frage warum Jäger ohne jegliche  staatliche Kontrolle nach wie vor in jeder beliebigen Menge und ohne  Tierseuchenkontrolle Wildvögel auswildern dürfen.
 
Das Landratsamt Schwandorf, wie  jedes andere Landratsamt in Bayern, wurde vom Bayerischen Staatsministerium für  Umwelt und Verbraucherschutz dazu angehalten, Vorsichtsmaßnahmen wie die  Stallpflicht und das Verbot von Geflügelmärkten zu treffen. Damit soll vermieden  werden, dass über infizierte Vögel das Virus übertragen und verbreitet  wird.
 
Diese staatlich verordnete  Allgemeinverfügung gilt für Tierhalter, Geflügel- und Kleintierzuchtvereine, da  unter anderem in Bayern Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln nachgewiesen  wurden.
 
Nur für Jäger gilt diese Verordnung  nicht. Nach wie vor können sie Wildvögel auswildern. Das Auswildern von  Wildvögeln durch Jäger ist nicht reglementiert, d.h. nicht verboten, so die  Auskunft des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. 
 
Leider – und das zeigt leider den  großen Einfluss den die Jagdverbände auch heute noch ausüben – ist es bisher  weder zu einem Verbot noch einer Einschränkung gekommen. In Bayern ist es immer  noch gängige Praxis, dass Jäger noch nicht einmal Zahlen der ausgewilderten  Tiere an die Jagdbehörde weiterleiten müssen, geschweige denn, vor der  Auswilderung nachweisen, dass die Tiere gesund sind.
Dies ist aus Seuchenschutzgründen  inakzeptabel.
 
Die Behörden hätten hier die Pflicht  alle zur Verfügung stehenden Kontrollmöglichkeiten auszuschöpfen und die  Seuchenprävention für diesen Bereich nicht außer Acht zu lassen. Des Weiteren  müsste die Behörde beim Umweltministerium auf eine Änderung des Jagd- und  Seuchenrechts drängen.
 
Es sollten alle möglichen  Gefahrenwege einer weiteren Infektion und Verbreitung unterbunden werden, dazu  gehört das absolute Verbot zum Auswildern von Wildvögeln durch  Jäger.
 
Mit freundlichen  Grüßen
 
Peter  Eberhardt
1.Vorsitzende
Tierschutzverein Städtedreieck  e.V.
Burglengenfeld * Maxhütte-Haidhof *  Teublitz
 
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