Kommentar: Grünbuch Bundesminister SchmidtVG Ch.

Eintrag von Tierheim am 30.12.16 um 0:00 Uhr •

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen in den Redaktionen,
 
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, kommentiert zum Grünbuch, das heute durch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt veröffentlicht wird:
 
„Es ist gut, dass endlich Bilanz mit Ausblick gezogen wird, wir werden das Grünbuch intensiv studieren. Immerhin gibt es nun erneut das Bekenntnis aus dem BMEL zu einem staatlichen Tierschutzlabel und wir wissen, dass es auch geplant ist, eine nationale Nutztierstrategie anzustoßen. Es verwundert allerdings sehr, dass das alles erst kurz vor Ende der Legislaturperiode und erst nach knapp 3,5-jähriger Amtszeit des Ministers geschieht. Dabei liegen bereits lange viele Belege vor, durch die deutlich wird, dass Taten gefordert, ja überfällig sind: Unter anderem die Ergebnisse des Charta-Prozesses der ehemaligen Bundesministerin Ilse Aigner, das Gutachten des wissenschaftlichen Beirats im BMEL und der Abschlussbericht des Kompetenzkreises „Eine Frage der Haltung“. Die Gesellschaft will eine andere, zukunftsorientierte Tierschutz- und Umweltschutzstrategie. Dazu bedarf es keiner großen Worte oder Bücher mehr, dazu muss das Recht angepackt werden, der Minister ist als aktiver Gesetzgeber gefordert. Jetzt und systemverändernd und nicht mehr, wie bisher, systemdeckelnd. Wir raten dem Minister dringend, endlich Taten zu zeigen, statt Zeit zu vertun mit Semantikdebatten über Begriffe wie „vegane Wurst“. Der Massenmord an Millionen männlicher Eintagsküken geschieht unverändert, für Puten und andere Tiere gibt es keine Haltungsverordnungen, Rindern werden immer noch ohne Betäubung, unter Schmerzen für das Tier, die Hörner weggebrannt, Millionen Tiere erleiden Amputationen, die Zucht setzt nahezu unreguliert auf maximale Leistungssteigerung mit schlimmen Folgen für die Tiere – und es werden immer noch Intensivställe gebaut, die den Tieren keinerlei artgerechte Bedürfnisse ermöglichen. Das sind nur einige der drängendsten Handlungsfelder. Jetzt gilt es anzupacken, auch um zu vermeiden, dass der Eindruck entsteht, das Grünbuch sei nur die Redevorlage für den anstehenden Wahlkampf. Denn das wäre schade für die Tiere, die Umwelt und für die willigen Landwirte, die mehr Tierschutz in den Stall bringen wollen. Und es wären weitere vier verlorene Regierungsjahre für die Millionen Tiere, die Tag für Tag in Intensivhaltungssystemen leiden.“

Mit freundlichen Grüßen
Presseabteilung
Deutscher Tierschutzbund e.V.
In der Raste 10
D-53129 Bonn
Tel: +49-(0)228-6049624
Fax: +49-(0)228-6049641
 
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