Deutscher Tierschutzbund und sein Landesverband auf Tierheim-Tour in Bayern
 
Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern besuchen in den kommenden Tagen (2. und 3. August) Tierheime im Freistaat. Die Lage der bayerischen Tierheime ist insgesamt dramatisch: Kommunen zahlen für Pflichtaufgaben, wie etwa die Fundtierbetreuung, nicht angemessen, und das Bundesland selbst verweigert den Tierheimen jedwede Unterstützung. Gleichzeitig müssen diese vermehrt bei der Unterbringung von illegal nach Deutschland transportierten Welpen einspringen. Mehr als 350 beschlagnahmte Welpen haben die Tierheime des Deutschen Tierschutzbundes im vergangenen Jahr in Bayern aufnehmen müssen. Auf den Kosten von mehreren Hunderttausend Euro bleiben die Vereine meist sitzen, da die Behörden eine Kostenübernahme verweigern. Thomas Schröder, Präsident des Bundesverbandes, und Andreas Brucker vom Landesverband Bayern besuchen die Tierheime in Bad Reichenhall, Freilassing, Nürnberg-Fürth und Feucht, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.
 
Thomas Schröder erklärt: „Ministerpräsident Horst Seehofer muss die Themen „Welpenhandel“ und „Fördertopf für Tierheime“ endlich zur Chefsache machen. Die zuständige Landesministerin Ulrike Scharf verweigert Strukturhilfen. Der praktische Tierschutz in Bayern droht zu kollabieren.“ Andreas Brucker sieht die Landesregierung besonders beim Thema illegaler Welpenhandel in der Pflicht: „Wir brauchen dringend einen Maßnahmen- und Finanzierungsplan der Landesregierung, der mit den Tierheimen und den Grenz- und Veterinärbehörden abgesprochen ist, damit der praktische Tierschutz in Bayern stabilisiert werden kann.“
 
Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern haben schon vor Jahren und bis heute gemahnt, dass der Freistaat und die Kommunen im Land dringend in die Tierheim-Infrastruktur investieren müssen. Die Tierheime sind durch immer neue, auf sie abgeschobene Aufgaben kaum noch in der Lage, ihre Arbeit aufrechtzuerhalten. „Viele der Tierheime können finanziell nur wenige Wochen planen, für notwendige langfristige Maßnahmen, wie z.B. Investitionen in Gebäude, ist kaum Luft, weil die meisten Kommunen und die Landesregierung trotz gesetzlicher Pflicht Hilfe verweigern“, ergänzt Schröder. Nun werden die Folgen deutlich: Es fehlt meist an geeigneten Quarantäne- und Krankenstationen sowie Unterbringungsmöglichkeiten für die große Zahl der Tiere. Und das, obwohl es vorhersehbar war, dass mit den verschärften Grenzkontrollen derartige Tierfunde dramatisch zunehmen würden. Die Landesregierung hat weder einen Notfallplan noch einen Haushaltstitel für Tierschutznotfälle, die Umweltministerin ist aus Sicht der Tierschützer fachlich völlig überfordert.
 
Während die Kommunen über die Hundesteuer Millioneneinnahmen haben, müssen die Tierheime um jeden Cent in der Fundtierkostenerstattung kämpfen. Obwohl die Betreuung von Fundtieren zu den kommunalen Pflichtaufgaben zählt, erstattet der Großteil der Kommunen nur einen Bruchteil der anfallenden Kosten. Die Erstattung der enormen Auslagen, die den Tierheimen durch die Versorgung beschlagnahmter Tiere aus illegalen Welpentransporten erwachsen, wird von den Behörden gänzlich abgelehnt. Hierfür sei keine Kostenfolge im Gesetz vorgesehen. Die Tierheime müssen die fehlenden Gelder aus Spenden ausgleichen und wirtschaften somit zunehmend am Existenzminimum. Rücklagen sind in den Tierheimen nahezu komplett aufgebraucht, Planungssicherheit gibt es immer nur für wenige Wochen oder Monate.
 
Um den Druck insbesondere auf die Kommunen zu erhöhen, hat der Deutsche Tierschutzbund die Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ gestartet. Der Deutsche Tierschutzbund und seine mehr als 740 Vereine setzen den Fokus der Kampagne neben den finanziellen Herausforderungen auch auf die wertvolle Arbeit der Tierheime.
 
Mehr zur Kampagne und zur entsprechenden Petition unter: www.tierheime-helfen.de
Mehr zum Thema Welpenhandel finden Sie hier: www.tierschutzbund.de/kampagne-welpenhandel

Mit freundlichen Grüßen
Presseabteilung
Deutscher Tierschutzbund e.V.
In der Raste 10
D-53129 Bonn
Tel: +49-(0)228-6049624
Fax: +49-(0)228-6049641
 
 
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