Nach wie vor sterben hunderttausende Mäuse in Tests für Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox. Im Rahmen einer europaweiten Botox-Aktionswoche (26. Juni bis 1. Juli), fordert der Deutsche Tierschutzbund ein Ende der grausamen Versuche - gemeinsam mit anderen Organisationen der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE), einer Allianz europäischer Tierschutzorganisationen gegen Tierversuche. Im Fokus des diesjährigen Botox-Protestes steht Nestlé. Das Unternehmen bezieht seine Botox-Produkte vom Hersteller Ipsen, der nach Kenntnis der Tierschützer nach wie vor im Tierversuch testet.
 
„Fühlende Lebewesen sterben einen qualvollen Tod - allein für ein Produkt, das überwiegend zur Glättung von Falten zum Einsatz kommt – das ist nicht akzeptabel“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir können nur an Nestlé appellieren, den Verkauf der Botox-Produkte einzustellen und den Einsatz alternativer Prüfverfahren voranzutreiben, indem beim Hersteller Ipsen entsprechender Druck aufgebaut wird. Ansonsten macht sich Nestlé mitverantwortlich am Leid der Tiere.“
 
Das Schweizer Lebensmittelunternehmen Nestlé ist mit dem Botox-Produkt Azzalure groß ins Antifaltengeschäft eingestiegen. Während einige Botox-Hersteller schon tierversuchsfreie Testmethoden nutzen, verkauft Nestlé Produkte des Herstellers Ipsen, für die noch keine tierversuchsfreien Tests zugelassen sind. Obwohl Ipsen seit Jahren betont, an tierversuchsfreien Alternativen zu arbeiten, nutzt der in Großbritannien angesiedelte Hersteller nach Kenntnis der Tierschutzverbände nach wie vor Mäusetests. Jede Produktionseinheit Botox wird dabei im sogenannten LD50-Test geprüft. Gruppen von Mäusen bekommen verschiedene Dosen Botox in die Bauchhöhle injiziert, um die Dosis zu ermitteln, welche 50 Prozent der Tiere tötet. Dieses Prozedere ist mit enormem Leid verbunden: Die Mäuse ersticken langsam durch die Lähmung ihrer Atemmuskulatur.
 
Anders als Ipsen zeigen einige Hersteller von Botox bereits, dass es auch ohne Tierversuche geht: Beharrliche öffentliche Proteste hatten dazu geführt, dass die Marktführer Allergan und Merz seit 2011 bzw. 2015 anstelle von Tierversuchen Tests mit menschlichen Zellen nutzen.
 
Botox fällt nicht unter das Tierversuchsverbot für Kosmetika
Botox ist ein von Bakterien produziertes Gift, das in geringem Umfang auch für medizinische Zwecke zum Einsatz kommt. Es ist aber vor allem für seine kosmetische Anwendung zur Reduzierung von Falten bekannt. Obwohl die EU seit 2013 verbietet, Kosmetika zu produzieren oder importieren, die an Tieren getestet wurden, gilt dieses Verbot nicht für Botox. Der Grund ist ein Schlupfloch im Gesetz: Botox wird injiziert und nicht auf die Haut aufgetragen, weshalb es sich nach gesetzlicher Definition nicht um ein kosmetisches Produkt handelt.
 

Mit freundlichen Grüßen
Presseabteilung
Deutscher Tierschutzbund e.V.
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